SV Werder Bremen – SC Freiburg 0:0


1. Aufstellung

Sallai und Kwon fielen für das Spiel gegen Bremen weiterhin verletzungsbedingt aus. Zusätzlich musste Streich auf Keven Schlotterbeck verzichten. Der SC Freiburg gab „muskuläre Probleme“ als Grund an. Trotz seines Ausfalls kehrte der Sportclub zur Dreierkette zurück und stellte die restlichen drei etatmäßigen Innenverteidiger auf. Gulde begann zentral und rückte in der zweiten Halbzeit rechts raus.

  Grifo Demirovic Jeong  
Günter Höfler   Santamaria Schmid
  Heintz Gulde Lienhart  
    Müller    


2. Spielverlauf

Es war ein ziemlich langweiliges Spiel und endete folgerichtig torlos. Beide Teams hatten jeweils eine Großchance und auch ansonsten war um die Strafräume herum wenig los. In der ersten Halbzeit machte der Sportclub den leicht strukturierteren Eindruck, aber Bremen hatte am Ende doch die besseren Chancen.
In der 36. Minute kamen die Werderaner nach einer abgewehrten Ecke erneut an den Ball und konnten erneut in den Strafraum flanken. Möhwald verlängerte den Ball per Kopf und Velkovic kam aus etwa drei Metern nicht an Müller vorbei, der genau an der richtigen Stelle stand.
Nur drei Minuten später gab es einen Konter. Rashica wurde abgedrängt und konnte nur noch mit seinem schwachen Fuß abschließen. Müller parierte erneut, ließ dieses Mal den Ball aber leicht prallen und sicherte ihn erst im Nachfassen.
Exemplarisch war dann eine Kombination über die linke Bremer Seite durch Rashica und den Linksverteidiger Augustinsson in der 44. Minute. Rashica kam so im Strafraum zum Schuss. Es waren die beiden Werderaner, die mit Abstand am meisten Dynamik in Offensivaktionen brachten.

Freiburg kam in der ersten Halbzeit viermal über links nennenswert nach vorne.
In der 9. Minute spielte Heintz einen Pass hinter die Kette auf Günter. Santamaria konnte sich im Kopfballduell aber nicht durchsetzen.
Zwei Minuten später war der Sportclub mal mit etwas mehr Spielern im letzten Drittel bei einer langsameren, kontrollierten Aktion (also nicht durch einen Schnellangriff). Hier lief dann Höfler auf links hinter die Kette, bekam den Ball, flankte in den Sechzehner und Schmid kam im Rückraum zum Abschluss (drüber).
In der 39. Minute kam Jeong mit dem Fuß an eine Günter-Hereingabe und wurde aus 15 Metern geblockt.
Und in der 42. Minute spielte Grifo einen Sensationspass auf Günter, der bis an die Grundlinie durchkam, dessen Hereingabe aber abgefälscht wurde. Höfler kam immerhin aus 17 Metern zum Abschluss.

Aus der ersten Halbzeit wäre noch eine Aktion zu nennen. Es gab einen herausragenden Ballgewinn gegen Toprak sehr nahe am Tor. Jeong und Demirovic hatten dann aber Kommunikationsprobleme, ließen den Ball liegen und Bremen kam zu einem Konter über Rashica (s. o.).

Diese Aufzählung von nennenswerten Aktionen (zugegeben: eine subjektive Kategorie) in der ersten Halbzeit ist halbwegs vollständig. Sechs kleine und ein großer Aufreger auf beiden Seiten sind zwar nicht nichts, aber dennoch recht wenig für 45 Minuten.

In der zweiten Halbzeit sah es ähnlich aus, deswegen werden hier nur zwei weitere Szenen beschrieben:

In der 77. Minute gab es eine Halbfeldflanke von Günter auf Höler. Der Ball wurde abgewehrt, Höfler zog aus 12 Metern ab, Pavlenka parierte und Petersen setzte den Nachschuss neben das Tor.

In der 83. Minute gab es einen erneuten perfekten Pass von Grifo auf Günter hinter die letzte Kette. Erneut wurde die Hereingabe abgefälscht und dieses Mal kam Schmid zum Abschluss. Pavlenka wehrte gut zur Seite ab.

Es sollte deutlich geworden sein, warum das 0:0 folgerichtig war.

3. Taktische Besonderheiten

Das Spiel war nicht davon geprägt, dass es einen super interessanten taktischen Kniff gab, der den Gegner aushebelte, sondern eher von einer sehr soliden Spielanlage beider Teams. Lücken wurde diszipliniert zugelaufen und die Aufrückbewegungen im eigenen Ballbesitz waren – sagen wir mal – dosiert.

Streich machte in der Pressekonferenz vor dem Spiel darauf aufmerksam, dass man nicht den kompletten Platz in der Trainingswoche zur Verfügung hatte und somit nicht genau einstudieren konnte, wie man die Bremer Formation in Bewegung in bringen kann. Da der Ansatz gar nicht so sehr auf Sicherheit bedacht war, könnte man die offensive Harmlosigkeit auch damit erklären, dass es durch die fehlende Vorbereitung, an der detaillierten Abstimmung mangelte.

Im Groben gab es folgende Besonderheit im Aufbau: Jeong und Grifo ließen sich etwas fallen und Santamaria rückte weiter auf rechts auf. So ergab sich ein 3-1-5-1:

    Demirovic    
Günter Grifo Jeong Santamaria Schmid
    Höfler    
  Heintz Gulde Lienhart  
    Müller    

 

Für Heintz und gerade für einen spielstarken Lienhart hätten sich so in der Theorie von den äußeren Innenverteidigerposition einige Passwinkel ergeben müssen, aber irgendwie kam man da nicht so gut durch. Wahrscheinlich tauschten Lienhart und Gulde auch deswegen in der zweiten Halbzeit die Position.


Dass man im Pressing keinen guten Zugriff erhielt, hatte auch mit dem flexiblen Aufbau der Bremer zu tun. Mal rückte Möhwald zurück bis in die Dreierkette und man baute zu viert auf, mal rückte Toprak vor ins Mittelfeld und es wurde zu zweit aufgebaut. Hier musste besonders Santamaria aktiv werden, der auch gegen den Ball häufiger mal mit nach vorne rückte. Es fehlte dann aber oft an der Abstimmung, um so richtig Druck auszuüben.

Bremen arbeitete auch damit, die Freiburger Pressingfalle zu provozieren. Genau dann, wenn Günter herausrückte, fiel Sargent/ später Selke weit ins Mittelfeld zurück, um sich dann doch recht sicher anspielen zu lassen. Das funktionierte auch ein paar mal, wodurch dann Freiburg insgesamt etwas vorsichtiger wurde. Man muss Bremen schon lassen, dass sie sich im Vergleich zum Hinspiel mit dem Ball etwas weiterentwickelt haben, obwohl sie ihre Kaderprobleme noch nicht beheben konnten. Weiterhin ist Erras der einzige richtige Sechser im Kader.

4. Fazit

In diesem Spiel wurde für den Sportclub deutlich, womit man noch Probleme hat. Wenn ein Team defensiv gut steht, auf Umschaltmomente lauert und kaum Fehler macht, schafft es Freiburg nicht, regelmäßig in den Strafraum durchzubrechen. Der Sportclub kam nicht nur selten zu guten Abschlüssen, sondern hatte auch kaum Standards in guten Positionen, mit denen sie in den letzten Partien gegen Bremen noch einige Tore erzielen konnten.

Das Mittel, Günter hinter die Kette zu schicken, war zwar ganz gut, aber dann fehlte die gute Positionierung im Strafraum.
Um die Bremer Formation in Bewegung zu bringen, hätte es wahrscheinlich mehr Dribblings benötigt und das ist besonders auch eine Frage der individuellen Qualität. Vielleicht wäre mit Sallai da etwas mehr gegangen.
Das gilt übrigens für beide Teams. Freiburg hatte 6 erfolgreiche Dribblings (Höler mit den meisten (2)) und Bremen 4 (3 davon von Rashica).

Immerhin war es defensiv stabil und im Aufbau gut – der SC Freiburg kann also auf einem Fundament aufbauen.


Wie immer bei Spielen gegen Bremen sei hier auf Tobias Eschers Analyse auf der Deichstube hingewiesen und den Podcast „Hör mal werder hämmert“.
Und der Spodcast Freiburg von Alex und mit Patrick, Julian und mir, müsste euch bekannt sein.

Eine direkte Überweisung ist für mich selbstverständlich noch besser:

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Vielen Dank für die Spenden und die geteilten Links nach dem Aufruf letzte Woche. Das hat mich sehr gefreut.