SC Freiburg – TSG Hoffenheim 1 : 1

Das Spiel ist schon ein bisschen her. Deswegen gibt es hier nur einen kurzen Eindruck dazu, keine Szenenbeschreibungen, aber dafür noch ein paar Gedanken zum Rest der Saison.

1. Aufstellung und Herangehensweise

Streich veränderte nicht viel. Keitel ersetzte den gelb gesperrten Santamaria, ansonsten blieb das Personal gleich.

Auch gegen den Ball stellte das Spiel keinen „Ausreißer“ in der allgemeinen Herangehensweise dar.

Mit dem Ball wurde das Spiel durch das Zentrum etwas mehr fokussiert und es wurde ein µ häufiger der lange Ball geschlagen als gegen Schalke.

Insgesamt baute man das Spiel aber auf den Mechanismen auf, die man sich über die Saison hinweg erarbeitet hatte. Tiefe Ballzirkulation, Durchbrüche über Außen, wenn es geht hinter die Kette etc. etc.

2. Der Gegner und das Spiel

Hoffenheim hingegen setzt erst seit kurzem auf eine Viererkette und die machte Freiburg durchaus Probleme. Man ist es schon gewohnt, dass Teams mit halbwegs schematischem Aufbau (Dortmund, Schalke, Hertha etc.) von den Freiburger Angreifern druckvoll angelaufen werden und der SC keine Probleme mit dem „Zugriff“ hat. In der Hinrunde gehörte Hoffenheim auch noch zu diesen Teams. Mit den beiden Innenverteidigern Richards und Posch gemeinsam mit den sich flexibel bewegenden Sechsern Grillitsch (auf Sky genannt „Grielitsch“) und Samassekou, zeigte die TSG aber wirklich ein sehr fluides Aufbauspiel. Hinzu kam auch noch der große Radius von Kramaric, der sich gerne mal im Aufbau beteiligte und dessen Rolle etwas an die von Kruse unter Kohfeldt erinnerte. Die Freiburger Angreifer, gemeinsam mit Höfler oder Keitel als situativ aufrückende Pressingoption, wurden immer wieder vor neue Probleme gestellt und mussten situativ reagieren. Das funktionierte mal besser und mal schlechter. Man konnte die TSG aber nie dauerhaft vor die ganz großen Probleme im Aufbau stellen.
Hoffenheim überspielte hin und wieder das Freiburger Pressing und kam dadurch zu guten Angriffen (Bsp.: der von Lienhart geblockte Schuss im Strafraum in der 30. Minute). Der SC blieb dennoch eher dabei, hoch anzulaufen.


Mit dem Ball merkte man sehr, dass Santamaria nicht mit von der Partie war. Die rechte Seite büßte etwas an der Dominanz der letzten Spiele ein. Das Geheimnis dieser Dominanz war das Dreieck zwischen Sallai, Schmid und Santamaria, die schon ein paar Varianten im eher vertikalen Kombinationsspiel auf Lager haben. Ohne den Dritten gab es viel weniger Durchbrüche über rechts – und das, obwohl Schmid häufig den Ball und etwas Platz hatte. Schmids Aktionen waren auch nicht prinzipiell schlecht: Mal schickte er Sallai an die Grundlinie, mal passte er den Ball einfach nach innen und zwei Stationen später kam ein Schuss aus 18 Meter heraus. Insgesamt wurde es über rechts aber dennoch über 90 Minuten zu selten gefährlich.

Mit Keitel war das Zentrum etwas stärker besetzt. Das half zum einen bei der defenisven Absicherung nach Ballverlust und in der 43. Minute konnte man auch das offensive Potenzial dieser Spielweise erkennen. Hier gelang der Ball durch das Zentrum über Keitel zu Demirovic, der dann, Höler übersehend, den Schuss aus 18 Metern abgab.

3. Wechsel

In der 68. Minute wechselte Streich dreifach. Es war das erste Mal in dieser Saison, dass man danach einen starken positiven Effekt durch die Wechsel erkennen konnte. (Vielleicht habe ich auch ein Spiel vergessen. Insgesamt konnte diese Stärke aus der letzten Saison aber leider nicht konserviert werden.) Mit Grifo und Tempelmann, aber auch einem offensiv erstaunlich dynamisch anschiebenden Gulde, konnte der Sportclub den Druck noch etwas erhöhen und den Ausgleich schießen.

Streich ließ Demirovic besonders lange auf dem Feld, weil dieser einen sehr guten Tag erwischt hatte.

4. Fazit

Hoffenheim war an diesem Tag etwas besser und kein leichter Gegner für den Sportclub. Dennoch schaffte man es mit einer im eigenen Vergleich durchschnittlichen Leistung einen Punkt zu holen, der am Ende durchaus mit dem Spielverlauf vereinbar ist.

Die klaren Chancen fehlten dem Sportclub und man setzte erstaunlich häufig auf Distanzschüsse – ein Mittel, das man nach dem Abgang von Waldschmidt eigentlich seltener sieht.

5. Ausblick

Durch den einen Punkt hat man sich noch weiter „in der Verlosung um Platz 7“ gehalten. Mit einem Spiel weniger, fünf Punkten Rückstand und dem deutlich schlechteren Torverhältnis gegenüber Gladbach und Union sieht es zwar nicht besonders gut aus, aber in drei oder vier Spielen kann viel passieren. Um sich die Außenseiterchance zu bewahren, müsste man allerdings die nächsten beiden Spiele gegen Köln und Hertha gewinnen, was nicht selbstverständlich, aber auch nicht unmöglich ist. So oder so wäre das Ziel Platz 9 zu halten auch nicht verkehrt. Noch nie hat der SC Freiburg zwei Saisons hintereinander in der 1. Bundesliga einen einstelligen Tabellenplatz erreicht.

Der normale Mechanismus ist ja, das der SC eine gute Saison spielt, dann von gut zahlenden Klubs „zerpflückt“ wird und gegen den Abstieg kämpfen muss. Dieses Jahr konnte man die Abgänge von drei Topspielern (Koch, Waldschmidt, Schwolow) nach einer kurzen Phase zu Saisonbeginn fast sofort kompensieren. Die Entwicklungen von halbwegs „neuen“ Spielern wie Sallai (erste verletzungsfreie Saison), Müller, Demirovic, Keitel, Jeong sind als überraschend positiv zu bewerten. (Bei Keven Schlotterbeck setze ich sehr hohe Maßstäbe an. Der hat mich nicht überrascht)
Aber man muss sich das Verpassen von Platz 7 noch nicht schön reden, bevor man ihn auch wirklich verpasst hat. Noch ist alles möglich.

 

Wer diesen Blog mit einer kleinen Spende unterstützen möchte, kann das hier tun. Ziel ist zunächst die Finanzierung der Serverkosten. Zusätzlich wünsche ich mir ein richtiges Sky-Abo, womit ich nicht immer auf Angebote von Sky-Ticket lauern muss. Damit läuft ein Spiel ohnehin nur selten 90 Minuten flüssig durch.

Eine direkte Überweisung ist für mich selbstverständlich noch besser:

Empfänger: Michael Tschirwa
IBAN: DE 39 6609 0800 0017 4666 17
BIC: GENODE61BBB
Bank: BBBank
Stichwort: Zerstreuung Fussball