SC Freiburg – TSG Hoffenheim 1 : 0


1. Veränderungen in der Startaufstellung

Da die letzten beiden Spiele in Summe doch etwas enttäuschend waren, gab es ein paar personelle Veränderungen in der Startaufstellung des SC Freiburg. Abrashi und Waldschmidt ersetzten Gulde und Haberer. Haberer und Grifo konnten auch noch nicht die ganze Woche mittrainieren, da sie noch mit einer Erkältung zu tun hatten.

Neben den personellen Wechseln veränderte Streich auch zusätzlich das System. Die Dreierkette wurde aufgelöst und man kehrte wieder zum Freiburgtypischen 4-4-2 zurück.

  Petersen   Waldschmidt  
Höler Höfler   Abrashi Kwon
Günter Heintz   Koch Schmid
    Schwolow    

2. Die erste Halbzeit

Die ersten 45 Minuten hatten einen etwas seltsamen Spielcharakter. Der Sportclub versuchte das Spiel konstruktiv aufzubauen. Höfler ließ sich häufig neben oder zwischen die Innenverteidiger fallen, um den Spielaufbau zu unterstützen. Nach kürzerer Ballzirkulation wurde meistens versucht, über Schmid die erste Pressingkette zu durchbrechen. Teilweise kam man von dort auf die linke Seite, von wo aus dann die finalen Aktionen eingeleitet werden sollten. Aber Freiburg kam wirklich nur selten ins Zentrum und musste viel mit Flanken arbeiten, die gegen die Hoffenheimer Dreierkette sehr ineffektiv waren. Insgesamt kamen nur 3 von 17 Flanken an.

Dass Freiburg nur selten in gefährliche Räume vordringen konnte, lag insbesondere an der Gastmannschaft. Hoffenheim spielte ein sehr gut organisiertes Mittelfeldpressing. Es war nicht besonders aggressiv, aber hielt Freiburg eben in ungefährlichen Räumen. So kam Freiburg zu einer hohen Passquote (83%, Höfler sogar ganz ohne Fehlpass), aber ohne mehr Chancen als sonst herauszuspielen. Die TSG selbst versuchte durch Umschaltsituationen zum Torerfolg zu kommen. Da Freiburg dann in ein paar Situationen doch nicht so sicher im Passspiel war oder beim Übergang ins Zentrum einige Zweikämpfe verlor, funktionierte das auch ganz gut. Hoffenheim hatte einige Balleroberungen, hatte gute Ansätze im Konterspiel, war dann aber kurz vor dem Strafraum meistens zu ungenau. So wurden auch zwei unkonzentrierte Ballverluste am eigenen Sechzehner (Kwon in der 21. Minute, Abrashi in der 33. Minute) nicht bestraft.

Obwohl Hoffenheim in den ersten 45 Minuten einen insgesamt reiferen Eindruck macht, konnte sich der Sportclub drei schöne Szenen herausspielen.


1. Höler rannte auf der linken Seite durch, flankte in den Strafraum, Petersen verlängerte auf Waldschmidt und der kam aus etwa zehn Metern sehr frei zum Kopfball. Der eher unplatzierte Abschluss war kein Problem für Baumanns Ersatz Pentke.


2. Höler und Günter spielten wieder auf der linken Seite eine schöne Kombination, wodurch der Linksverteidiger in den Strafraum eindringen konnte. Posch setzte seitlich von hinten zur Grätsche an, zog das Bein erst zurück und streckte es dann doch noch durch. Günters Fallen sah etwas komisch aus, da er schon abhob, als Posch seine Grätsche noch zurückhaltend ausführte und erst danach getroffen wurde. Insgesamt war das wohl ein Strafstoß der Kategorie „der VAR nimmt ihn nicht zurück, würde aber auch nicht eingreifen, wenn der Schiedsrichter nicht gepfiffen hätte“. Waldschmidt verwandelte den Strafstoß gewohnt souverän.


3. Kurz danach kam man dann mal von der linken Seite ins Zentrum. Waldschmidt wurde angespielt und von Abrashi überlaufen. Sein Pass auf den zentralen Mittelfeldspieler war optimal, aber Abrashi scheiterte dann an Pentke.

3. Die zweite Halbzeit

Nach der Pause wollte Streich Schreuder wohl etwas überraschen. Trotz knapper Führung kam der SC Freiburg sehr offensiv aus der Kabine, presste hoch und aktiv und versuchte gleich spielerische Akzente zu setzen. Die ersten 20 Minuten in der zweiten Halbzeit waren wohl die besten im Spiel. In der 47. Minute hatte Abrashi einen schönen Distanzschuss, in der 53. Minute zeigte er eine dynamische Bewegung in den Strafraum, brachte die Flanke aber nicht am Abwehrspieler vorbei. Bei der anschließenden Ecke wurde Guldes Kopfball nur von einem Hoffenheimer Feldspieler vor der Linie geklärt.

Danach beeinflussten die Trainer durch ihre Wechsel und taktischen Umstellungen das Spielgeschehen.
In der 60. Minute brachte Schreuder Bebou für Posch, Grillitsch rückte in die Dreierkette zurück und aus einem 3-5-2 wurde ein 3-4-3. Kurz nach dieser Umstellung hatte der Sportclub durch Waldschmidt noch einen sehr gefährlichen Abschluss, der wieder stark von Pentke pariert wurde, wurde danach aber immer mehr in die eigene Hälfte gedrängt. Der Ausgleich lag in der Luft.
Streich reagierte und brachte in der 72. Minute Haberer für Waldschmidt. Haberer ging ins Mittelfeld und Höfler rückte nun dauerhaft zwischen die Innenverteidiger. Das 4-4-2 wurde also zum 5-4-1/5-2-3. Diese Umstellung zeigte Wirkung. Für die nächsten 10-15 Minuten kam Hoffenheim nicht mehr zu großen Chancen. Erst in der Schlussphase galt es noch ein paar Szenen zu überstehen, in denen Schwolow (und der rechte Pfosten) häufiger in Aktion treten mussten.

4. Fazit

Das Ergebnis passte nicht ganz zum Spiel. Die Teams hatten gemeinsam genug Chancen, um dmehr als ein Tor zu schießen. Schwolow und Pentke hatten aber beide einen sehr guten Tag, sodass das Spiel doch nur durch einen aus Hoffenheimer Sicht eher unglücklichen Strafstoß (gerade, weil Posch da nicht runtergehen muss) entschieden. So sicher wie das Ergebnis vermuten lässt, stand die Freiburger Abwehr aber nicht.
Somit bleibt auch unklar, ob man das 4-4-2 im nächsten Spiel beibehalten oder doch wieder auf die Dreierkette setzen wird. Sicherlich ist das auch abhängig davon, wie es Robin Koch geht, der nach einer gewohnt guten Leistung mit einer Kopfverletzung ausgewechselt werden musste. Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel klang es eher danach, dass es ihm wieder besser geht.

Eine eindeutige Bewertung fällt wie so häufig schwer. Die Leistung war im Vergleich zu den letzten beiden Spielen sicherlich besser, aber es gab genug Ansatzpunkte für Verbesserung. Ausgesprochen positiv war das In-Game-Coaching von Streich. Blieben die Umstellungen in den letzten Spielen meist wirkungslos, war das 5-4-1 ab der 72. Minute genau das richtige Mittel gegen die Hoffenheimer Druckphase.
Im Endeffekt hat dies die drei Punkte gesichert und der Sportclub 2019/20 steht wieder zwei Punkte vor dem Sportclub Freiburg aus der Saison 2016/17. Damals übrigens mit einem 2:2 gegen den Hamburger SV, bei dem Hunt einen Strafstoß in der 88. Minute verschoss. Die Tore erzielten Grifo und Philipp.

 

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