SC Freiburg – SC Paderborn 07 0 : 2


1. Aufstellung

Als die Aufstellungen zu diesem Spiel veröffentlicht wurde, waren dann doch einige überrascht. Nicolas Höfler, der eigentlich immer spielt, wenn es möglich ist, fand sich nach seiner Sperre nicht in der Startaufstellung wieder. Stattdessen spielten die gleichen elf Spieler, wie gegen Mainz 05; also die Doppelsechs Abrashi/ Haberer.

  Höler Petersen Kwon  
Günter Abrashi   Haberer Schmid
  Heintz Koch Gulde  
    Schwolow    


2. Baumgarts Pressingplan

In diesem Spiel lohnt es sich, einen genaueren Blick auf das Pressing des Gegners zu werfen. Statt im üblichen 4-4-2 lief Paderborn in diesem Spiel in einem 4-3-3 auf. Dies war eine gute Anpassung an Freiburgs Spielsystem, denn die Dreierkette konnte nun mit den drei Stürmern angelaufen werden. Dabei spielten die Paderborner keine simple Mannorientierung, sondern schoben so durch, dass sie einige Passwege schließen konnten. Somit setzten sie nicht nur die drei Innenverteidiger unter Druck, sondern hatten auch die Option Schwolow anzulaufen.
Freiburg kam dadurch nur selten zu einer ruhigen Ballzirkulation und wurde zu langen Schlägen gezwungen. Allerdings befand man sich dann vorne mit den drei Stürmern und dem offensiveren Mittelfeldspieler in Unterzahl beim Kampf um die zweiten Bälle.

Immerhin funktionierte die Defensive in dieser Phase recht gut. Auch Paderborn hatte nur wenig Abschlüsse und der Sportclub Freiburg selbst konnte früh Druck auf den Paderborner Aufbau ausüben.

3. Streichs Umstellung

Nach etwa 25 Minuten, in denen wenig passierte und Paderborn sogar leichte Vorteile hatte, stellte Streich auf ein 4-4-2 um. Ein ausgeglichenes Spiel gegen den Tabellenletzten war dem Trainerteam zu wenig. Damit wurde der Versuch, das Spiel hauptsächlich kontrolliert aufzubauen, beendet. Mit einem Spieler mehr im Mittelfeld/ Angriff sollte der Kampf um die zweiten Bälle unterstützt werden.
Die Umstellung öffnete das Spiel. Freiburg kam sofort zu einer großen Chance. Die Flanke von Kwon kam zu den sehr freistehenden Spielern Koch und Höler, die sich gegenseitig blockierten und so den Ball aus fünf Metern nicht über die Linie köpfen konnten. Auf der anderen Seite hatte Paderborn ein paar Durchbrüche im Mittelfeld.

4. Die zweite Halbzeit

Nach der Pause zog Streich auch die personellen Konsequenzen seiner taktischen Umstellung. Er brachte Grifo für Abrashi. Haberer rückte dafür ins Mittelfeld.
Es war bis zur Pause ein recht typisches Spiel in dieser Saison gegen einen Gegner, der individuell nicht besser besetzt ist. Auch gegen Augsburg, Mainz, Düsseldorf usw. war die erste Hälfte oft recht ausgeglichen. Mit guten Einwechslungen von der stark besetzten Bank konnte sich Freiburg in diesen Spielen meistens noch steigern. Dieses Mal kam aber Paderborn besser aus der Kabine, gewann mit Gjasula und Srbeny gegen Heintz einen Ball im Mittelfeld und schickte Antwi-Adjei hinter die Abwehrkette. Schmid konnte den schnellen Außenstürmer nicht mehr einholen und es kam zum 0:1. Kurz danach hatte Paderborn sogar noch die Chance auf das 0:2. Vasiliadis setzte sich gegen drei Spieler durch, spielte eine sehenswerte Verlagerung, von dort aus wurde zu Srbeny gepasst und der schoss knapp neben das Tor.

Freiburg kam in dieser Phase nicht so gut ins Angriffsdrittel. Also brachte Streich Höfler für Gulde und Koch rückte in die Innenverteidigung. Nur kurz nach seiner Einwechslung fand Höfler Günter, der eine sehr schöne Flanke auf Petersen spielte, dessen Kopfball aber unglücklich von Höler geblockt wurde.
Immerhin konnte Höler sich in der nächsten Umschaltaktion mit einbringen und wurde dabei von Collins gefoult, der mit der gelb-roten Karte vom Platz musste.

5. Flügelspiel in Überzahl

Paderborn agierte in einem interessanten 4-3-2 und machte das Zentrum dicht. Freiburg umspielte gut die erste Pressinglinie und versuchte über Flügelangriffe zu Chancen zu kommen. Gerade über die rechte Seite gelang es immer wieder, bis auf die Grundlinie durchzubrechen. Von dort aus kamen die Flanken aber nicht optimal. Häufig wurde der Ball von den gegnerischen Innenverteidigern geklärt oder die Freiburger Stürmer kamen nicht druckvoll zum Abschluss. Der SC Freiburg war also häufig im letzten Drittel, erspielte sich dort aber keine großen Chancen. Vielleicht wählte man manchmal auch etwas zu früh den Weg über die Außen. Das größere Problem lag aber meist im Detail. Die Eins-Gegen-Eins-Duelle wurden häufig verloren, die Entscheidungsfindung war häufig nicht optimal und die Abschlüsse eher ungenau.
In der 71. Minute brachte Streich Waldschmidt für Kwon, was wenig am Spielcharakter änderte. Das erhoffte Tor fiel dann auch auf der anderen Seite. Pröger dribbelte am Strafraumeck weg vom Tor, Höler setzte im Zweikampf seinen Ellenbogen ein und Dingert gab einen Strafstoß. Die Entscheidung war hart, aber okay. Paderborn erzielte das 0:2.

Nach dem Elfmeter rückte Höfler in die Innenverteidigung und Koch unterstützte die Stürmer im Strafraum, um die Flanken zu verwerten. Weiterhin gab es Situationen, in denen ein Tor hätte fallen können, aber eindeutige Chancen blieben weiterhin aus.

6. Fazit

Paderborn gewann verdient in Freiburg. Gegen das 4-3-3 konnte sich der zu Hause spielende Sportclub keine systematische Überlegenheit erarbeiten. Streich reagierte mit einer Umstellung, wodurch die Partie offener wurde. In den entscheidenden Szenen agierte Paderborn aber effizienter und ging in Führung. Durch die Einwechslung von Höfler konnte man das Mittelfeld etwas besser kontrollieren, durch den Platzverweis kurz danach, kam man leichter ins letzte Drittel. Dort zeigte man zwar ein paar gute Ansätze, war insgesamt aber zu ungenau, um wirklich gefährlich zu werden. Auf der anderen Seite machte es Paderborn sehr gut und bot nur wenig an. Die Fehler, die im Hinspiel zu Toren führten, blieben diesmal aus.

Das Spiel war aus Freiburger Sicht aber auch keine Katastrophe. Einerseits gab es zwar schon deutlich bessere Spiele vom SC Freiburg in dieser Saison, andererseits erspielte man sich genug Chancen, um mit der gewohnten Effizienz aus dieser Saison zwei bis drei Tore schießen zu können. Und dann wäre der Blick auf dieses Spiel auch ein ganz anderer gewesen.

7. Einzelspieler

Koch, Kwon, Haberer und vielleicht auch Höfler können trotz der Niederlage positiv hervorgehoben werden. Haberer und Koch waren agil und zeigten technisch einige tolle Szenen. Und zwar bei der Ballannahme wie auch mit recht genauen Verlagerungen. Vorne gelang Kwon nicht alles, aber zum Beispiel seine Flanke auf Koch war hervorragend und auch die Ballmitnahme in den Strafraum in der 65. Minute beeindruckte stark. Der anschließende Abschluss passte allerdings nicht zu dieser Aktion.

Hölers Tag kann man wohl als unglücklich bezeichnen. Nach vorne hatte er wenig gute Aktionen und irritierte in zwei Szenen sogar eher seine Mitspieler Koch und Petersen bei erfolgversprechenden Kopfbällen aus kurzer Distanz. Der verursachte Strafstoß war ebenfalls ziemlich unnötig.
Gegen den Ball zeigte er sich aber gewohnt solide (7 Balleroberungen) und er holte auch die zweite gelbe Karte gegen Collins heraus.
Dass Streich in der 71. Minute nicht ihn, sondern Kwon auswechselte, verwunderte ein wenig. Es könnte aber auch sein, dass der Südkoreaner nach 70 Minuten momentan noch an konditionelle Grenzen stößt. Die anderen beiden Auswechslungen sollten die Offensive stärken. Somit blieb Höler trotz der unglücklichen Szenen auf dem Feld.

Die restlichen Spieler hatten größtenteils auch nicht ihren besten Tag. Es könnte also sein, dass es im nächsten Spiel ein paar Veränderungen geben wird.

 

 
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