SC Freiburg: Saisonvorschau 21/22

1. Zu- und Abgänge

Der Freiburger Kader hat sich gegenüber der Vorsaison kaum verändert. Mit Borrello, Kath, Thiede, Abrashi und Okoroji gingen Spieler, die teilweise schon verliehen waren oder kaum Einsatzminuten sammeln konnten. Boukhalfa (0 Minuten) und Tempelmann (262 Minuten in 10 Einsätzen, oft aber als RV) stellten letzte Saison zwar prinzipiell eine Alternative dar, wurden aber auch kaum eingesetzt, weil Keitel ihnen wohl einen Entwicklungsschritt voraus war. Ihre Leihen bei Regensburg und Nürnberg scheinen ebenso gut anzulaufen wie die von dem Torhüter Thiede in Verl.
Guus Til und Kwon verließen den Sportclub im Sommer. Mit 120 und 206 gesammelten Einsatzminuten waren beide sicherlich nicht zufrieden. Schließt man den Abgang vom Leihtorhüter Müller aus, so kamen die Spieler, die Freiburg in dieser Sommerpause abgegeben hat zusammen auf 644 Minuten.

Zu den Spielern, die man dazugewonnen hat, kann man fast Flekken und Haberer zählen. Beide kamen erst am Ende der Saison auf Spielzeit, waren dann aber sofort wesentlicher Bestandteil des Kaders. Zusätzlich kam Nico Schlotterbeck von seiner Leihe zurück und stellt eine wichtige Option in der Innenverteidigung dar.

Darüber hinaus wurden einige Spieler aus der zweiten Mannschaft hochgezogen. Burkart (Notiz an mich und alle, die zum SC schreiben: niemals mit „h“ schreiben), Schade, Weißhaupt, Sildillia, Ezekwem und der Torhüter Atubolu. In der Innenverteidigung ist man bereits gut besetzt, wodurch Ezekwem und Sildillia eher mal als Kandidaten für die Außenverteidigerpositionen infrage kommen, aber meistens wohl in der 3. Liga auflaufen werden. Die drei Offensiven dürften aber durchaus auf ein paar Einsatzminuten kommen, da es wohl weiterhin bei 5 Auswechslungen bleibt.

Zu- und Abgänge halten sich also beim SC Freiburg ungefähr die Waage. Positiv anzumerken ist, dass es keinen Abgang von Stammspielern gab. Und gerade Sallai, Jeong, Keitel, Demirovic und Keven Schlotterbeck sind alle noch in einem Alter, in dem man häufig eine Verbesserung von Saison zu Saison feststellen kann – auch wenn das kein Automatismus ist.

2. Das System

Im ersten Testspiel probierte Streich ein 4-3-3 aus. Es gibt somit fast kein System mehr, das das Team nicht irgendwie gespielt hat. Ein oder zwei Sechser, Dreier- oder Viererkette, flache Mittelfeldkette oder Raute, ein, zwei oder drei Stürmer, einfach oder doppelt besetzte Flügel. Mit diesen Bausteinen lässt sich praktisch alles zusammenbasteln. In der Vorbereitung setzte man allerdings wieder vermehrt auf das 3-4-3. Es kann sein, dass dies auch mit dem Personal zusammenhing. Oft wurden zwei Teams nacheinander aufs Feld geschickt und es fehlen die Offensivspieler, um zweimal im 4-4-2 mit zwei offensiven Flügeln und zwei Stürmern aufzulaufen. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass man für die nächste Saison größtenteils mit dem 3-4-3 plant, muss es aber nicht. Das liegt auch daran, dass man einige Spieler des Kaders auf verschiedenen Positionen einsetzen kann.

3. Die polyvalenten Spieler

Ezekwem, Sildillia und Nico Schlotterbeck sind äußere Innenverteidiger, die alle durchaus auch gut in einer Viererkette den Außenverteidiger geben können.

Schmid spielt auf rechts praktisch alles. Wenn Kübler fit ist, könnte man ihn auch hin und wieder in die Offensive schieben.

Haberer kann im zentralen Mittelfeld eingesetzt werden. Hier hat man mit Keitel und Santamaria aber schon zwei potenzielle Nebenspieler Höfler. Auch Haberer kann im offensiven Bereich eingesetzt werden – und dort sogar fast alle Positionen besetzen.

Jeong und Höler können links wie rechts oder in der Spitze spielen.

Nehmen wir die potenziellen Stammspieler Haberer, Schmid, Höler und Jeong in die offensive, so sind es auch genug Stammspieler, um in einem 4-4-2 acht Spieler für vier Positionen zu haben, ohne dass die Jugendspieler hochgezogen werden müssen. Sie würden Sallai, Grifo, Demirovic und Petersen Druck machen. Und auf Verletzungen könnte man mit Schade, Weißhaupt und Burkart reagieren.

Für das 3-4-3 spricht weniger eine Unterbesetzung der Offensive als eine Überbesetzung der Defensive. Fünf Innenverteidiger sind für eine Dreierkette optimal, bei einer Viererkette würde besonders Keven Schlotterbeck weniger Einsatzminuten erhalten.

4. Fazit

Der Saisonbeginn steht kurz bevor, es gab kaum nennenswerte Abgänge und der Kader ist schon lange zusammen. Das spricht alles für eine recht gute Saison. Höfler wirkt noch nicht so, als ob das Alter an ihm zehrt und Petersen spielt auf einer Position, bei der ohnehin nur selten 90 Minuten durchgespielt werden. Zusätzlich hat man mit Grifo und Günter zwei absolut stabile Top-Spieler im Team, was keine Selbstverständlichkeit ist. Sallai, Demirovic, Lienhart, Jeong, Nico Schlotterbeck und ein Santamaria, der zum ersten Mal die ganze Vorbereitung mitmachen konnte, gibt es genug Spieler, die ihren „Durchbruch“ diese Saison haben könnten. Und als letztes hat man die jungen Hochgezogenen, von denen gerade Burkart und der dribbelstarke Weißhaupt ein sehr hohes Potenzial aufweisen, das schon in dieser Saison bei der ersten Mannschaft aufblitzen könnte.

Man kann also recht positiv gestimmt in die Saison gehen, auch wenn die letzten Testspiele etwas langweilig waren und der Sportclub insbesondere in der Offensive etwas Ideenlos wirkte.

5. Prognosen

  • Der SC Freiburg erreicht Platz 9.
  •  Freiburg wird weniger Gegentore kassieren als letzte Saison (52).
  • Flekken wird unter den Top 3 Torhütern landen, was die Quote der gehaltenen Bälle angeht.
  • Weißhaupt sammelt mindestens 3 Scorerpunkte.
  • Höler macht, wenn er sich nicht verletzt, über 30 Spiele.
  • Petersen schießt über 5 Tore.
  • Demirovic sammelt mehr Vorlagen als Tore.
  • Jeong macht mehr als 15 Spiele von Anfang an.


  • Bayern wird Meister.
  • Hoffenheim wird die positive Überraschung der Saison (Platz 4-6).
  • Wolfsburg wird die negative Überraschung der Saison (Maximal Platz 7).
  • Nur einer der drei „Kleinen“ Bielefeld, Fürth und Bochum steht am Ende über Platz 16
  • Ich traue mir keine Prognosen bei Köln, Mainz, Gladbach und Stuttgart zu.





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