SC Freiburg : Fortuna Düsseldorf 0 : 2

1. Aufstellung

Nach dem sehr dominanten Spiel gegen Augsburg blieb der SC Freiburg bei der Systematik aus diesem Spiel und auch fast der gleichen Aufstellung. Nur der angeschlagene Abrashi fehlte. Haberer rückte dafür ins Mittelfeld und Kwon durfte von Anfang an auf dem Flügel spielen. Es war somit fast die offensivste Aufstellung, die der Kader hergab.

    Waldschmidt    
Grifo   Höler   Kwon
  Höfler   Haberer  
Günter Koch   Gulde Schmid
    Schwolow    

2. Die erste Halbzeit

Fortuna Düsseldorf setzte auf ein 5-3-2, wie schon in den Spielen zuvor. Damit machten sie im Aufbau ziemlich gut das Zentrum dicht. Fiel Höfler im Aufbau zurück, rückte häufig ein Düsseldorfer Mittelfeldspieler langsam mit heraus. Haberer blieb dann allein im Sechserraum übrig und war umringt von fünf Gegenspielern. Der SC Freiburg kam also nur schlecht durch die Mitte.
Aber die Gastmannschaft war Diszipliniert in der Vierschiebebewegung, sodass auch die Flügel nicht offen waren. Das 5-3-2 ist prinzipiell sehr schwer zu bespielen. Defensiv ist es sehr stabil. Zusätzlich können einzelne Spieler darin sehr gut auf den ballführenden Spieler herausrücken, ohne eine große Lücke zu hinterlassen. Es ist nur nicht so leicht, damit aggressiv hoch zu pressen oder in eigenem Ballbesitz offensiv viele Spieler zwischen die Ketten zu bekommen.(Obwohl Nagelsmann mit Leipzig gerade zeigt, dass es prinzipiell möglich ist, auch im 5-3-2 aktiv das Spiel zu gestalten.)

Doch auch Freiburgs Pressing war nicht so schlecht. Das 4-2-3-1 war recht gut auf den Aufbau Düsseldorfs abgestimmt. Man hatte eine Gleichzahl im Zentrum und konnte in offensiveren Phase durch vorschiebende Flügelspieler Druck auf die Dreierkette ausüben. Auch Düsseldorf kam aus dem eigenen Aufbau heraus nur selten kontrolliert ins letzte Drittel.

Wie so häufig bei zwei guten Pressingplänen war es ein recht zerfahrenes und chancenarmes Spiel. Angriffe kamen meistens durch Ballgewinne im Mittelfeld (oft beim Kampf um lose Bälle) zustande. Hier hatte die Fortuna zunächst den etwas besseren Tag erwischt. Höfler, Höler und Haberer konnten sich meistens nicht gegen Berisha, Stöger und Bodzek durchsetzen. Streich sprach in der Pressekonferenz nach dem Spiel davon, dass die Körperlichkeit in der ersten Halbzeit deutlich gefehlt hätte.
Freiburgs Abschlüsse resultierten oft aus Standrads. Die Fortuna hatte zwei, drei gute Aktionen über ihre linke Seite (Thommy) und machte insgesamt einen leicht besseren Eindruck.

In der Phase, in der Freiburg etwas höher presste und insgesamt etwas mehr Zugriff und Ballbesitz erhielt, machte Düsseldorf dann den Führungstreffer: Zunächst gab es wieder eine Aktion, die von Thommy ausging (by the way: dynamischer Spieler) und in einem Schuss von Hennings im Sechzehner mündete. Schwolow parierte stark per Fußabwehr zur Ecke. Diese wurde kurz ausgeführt und nicht gut von der Freiburger Verteidigung aufgenommen. Stöger konnte vom Strafraumrand gezielt flanken und der Kopfball von Hoffmann war dann kaum noch zu verteidigen.

3. Die zweite Halbzeit

Streich brachte Petersen für Kwon (muskuläre Probleme) und stellte das Team etwas offensiver ein. Das sah auch halbwegs gut aus. Es gab eine schöne Kombination zwischen Höfler und Günter, dessen Hereingabe aber zur Ecke geblockt wurde (50′). Zehn Minuten später kam Haberer zu einem guten Distanzschuss, der auch zur Ecke abgewehrt wurde. Diese Ecke führte dann zum 0:2. Schmid versuchte den abgewehrten Ball anzunehmen, verlor ihn an Thommy und der sprintete über das gesamte Feld, um den Ball an Schwolow vorbei ins lange Eck zu schießen. Waldschmidt machte noch etwas Druck im Laufduell, verzichtete aber glücklicherweise auf die „Notbremse“.

Es zeigte sich folgendes Problem: Wenn man schon zu Spielbeginn die offensivste Aufstellung wählt, kann man bei Rückstand kaum noch nachlegen. Sallai kam für Grifo und später noch Heintz für Gulde. Systematisch wurde nichts umgestellt. Es fehlten die Impulse von der Bank und dennoch konnte Freiburg spätestens ab der 80. Minute recht viel Druck erzeugen und kam zu Chancen. Diese Phase erinnerte dann ein wenig an das Spiel gegen Paderborn. Mit etwas mehr Effizienz wäre der Anschlusstreffer durchaus noch möglich gewesen, aber die Freiburger Stürmer scheinen gerade nicht ihre beste Form zu haben. So endete das Spiel ohne eigenen Treffer.

4. Fazit

Wie nach jedem verlorenen Spiel waren auch nach diesem die Freiburger Fans im Internet sehr aufgeregt. Aber auch dieses Mal war es nicht die große Katastrophe, die in den sozialen Medien beschrien wurde. Düsseldorf hat in den letzten Spielen unter dem neuen Trainer eine ganz gute Entwicklung durchgemacht und mit Berisha und Stöger (lange verletzt) wieder etwas mehr spielerische Möglichkeiten. Das Pressing war ohnehin immer recht ordentlich. Dennoch war es über die 90 Minuten betrachtet ein eher ausgeglichenes Spiel mit einem ziemlich unglücklichen Spielverlauf. Im Prinzip das Gegenteil von der Partie gegen Mainz. Der Sportclub hat weniger durch klare Unterlegenheit verloren als durch einzelne Szenen, in denen die Gastmannschaft durchsetzungsfähiger war. Gerade in der zweiten Halbzeit sah das insgesamt okay aus. Es gab beispielsweise auch genug Standardsituationen, die man in anderen Saisonphasen schon besser genutzt hatte.

0 : 2 Tore
9 : 16 Torschüsse
0,99 : 0,88 expected Goals
61% : 39% Ballbesitz
80% : 71% Passquote
7 : 4 Ecken
[understat.com; kicker.de]

Dennoch ist es interessant, wenn man den Vergleich zur Hinrunde zieht. Dort ist der Sportclub mit einer deutlich passiveren Spielanlage gegen die Gegner aus der unteren Tabellenhälfte angetreten, war aber in den entscheidenden Szenen effizienter. Man gewann höher gegen Mainz, gewann glücklich in Paderborn und gewann ein eher unansehnliches Spiel gegen Düsseldorf. In der Rückrunde zeigt sich nun, dass der Sportclub es noch nicht schafft, gleichzeitig Spielkontrolle über längere Zeit und Effizienz in den einzelnen Momenten miteinander in Einklang zu bringen. Aber vielleicht ist diese Kunst dann ja auch doch eher etwas für die Top-5 der Bundesliga und nicht für einen „kleineren“ Bundesligisten, der mal eine gute Saison erwischt.
Die Spiele gegen die „schwächeren“ Gegner sind jetzt aber auch größtenteils vorbei und man wird schon nächste Woche sehen, ob sich der Sportclub in der Rolle des Außenseiters wohler fühlt.

 

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