SC Freiburg – Eintracht Frankfurt 2 : 2

Nur ein kurzer und nicht ganz strukturierter Text für das Spiel unter der Woche.

1. Aufstellung

Ohne Höfler, Santamaria und Abrashi musste Streich das Team etwas umbauen. Nachdem man in letzter Zeit sehr erfolgreich die Spiele im 3-4-3 bestritten hatte, griff man nun wieder auf das 4-4-2 zurück. Lienhart rückte vor ins Mittelfeld und Haberer gab sein Startelfdebut in dieser Saison als offensiverer Part des zentralen Mittelfelds. Höler begann neben Demirovic.

2. Pressing und Aufbauspiel

Es war ein ziemlich wildes Spiel. Beide Teams pressten hoch und beide Teams umspielten das Pressing selten flach, sondern schlugen lange Bälle.

Freiburg lief wieder nicht symmetrisch an, sondern schob die Formation hin und her. Meistens liefen drei der vier Offensivspieler Frankfurts Dreierkette an, während ein Flügelspieler tiefer stand. Dadurch stand dann auch der zweite Außenverteidiger tiefer und etwas eingerückt und die Innenverteidiger konnten herumschieben. Dies ermöglichte wiederum, dass der Außenverteidiger hinter dem hohen Flügelspieler im Pressing weit nach vorne schieben konnte. So hatte man teilweise das Gefühl, dass die Außenverteidiger ähnlich hoch waren wie im 3-4-3, obwohl es dort eine andere Position darstellt. Günters durchschnittliche Positionierung ist höher als die von Haberer und Lienhart. Kübler war etwas zurückhaltender.

Bei der Strafraumverteidigung sah man aber noch die Abstimmungsprobleme im 4-4-2. Gerade beim 1:0 rückte Gulde zu riskant heraus und wurde so durch eine Körperdrehung von Younes aus dem Spiel genommen. Mit einer besseren Absicherung hätte er das machen können, im 4-4-2 sind die Abstände aber zu groß dafür. Schlotterbeck konnte sich nicht mehr zwischen Ball und Tor schieben. Das Tor wirkte etwas zu einfach.
Frankfurt hatte ziemlich viele Szenen zentral vor dem Strafraum, wo nicht so ganz klar schien, wer nun herausrücken kann. Andererseits muss man festhalten, dass die technisch guten Spieler Younes, Barkok, Kamada und Silva über 90 Minuten gar nicht so viele gute Szenen hatten. Insgesamt war es ungewohnt, aber im Resultat doch gar nicht so schlecht.

Die langen Bälle kamen selten direkt beim Mitspieler an. Auf Frankfurter Seite gewann Hinteregger 15 von 18 Kopfballduellen (1. Halbzeit: 11 von 11). Das Spiel wurde vom Kampf um die zweiten Bälle im Mittelfeld geprägt. Hier hatten beide Teams jeweils mal die Oberhand, mit leichten Vorteilen für Frankfurt.
Freiburg hielt das hohe Pressing aber länger durch. Frankfurt konnte den Druck in der zweiten Halbzeit nicht mehr so aufrechterhalten und Freiburg erhielt mehr und mehr Spielkontrolle bis zum Führungstreffer.

Der Sportclub verzichtete auf das Aufbauspiel durch die Mitte – und das überrascht auch nicht beim Fehlen von den beiden zentralen Akteuren. Das Spiel wurde sehr vertikal und risikoreich. Es gab viele kontrollierte Verlagerungen, die dann auch zu guten Angriffssituationen führten, meistens aber einfach lange Bälle in Richtung Demirovic und Höler. Die Passquote von 62% ist mit Abstand die schlechteste in dieser Saison.
Dennoch kam man halbwegs gut ins letzte Drittel. Und das riskante Vertikalspiel ist nicht darauf angelegt, immer zu funktionieren, sondern nur einige Male pro Spiel. Das 1:1 resultierte genau aus so einem Spielzug. Es war ein riskanter langer Ball von Schlotterbeck, der eher nach Gefühl direkt von Höler verlängert wurde und Hinteregger so aus der Kette zog. Demirovic konnte den Ball festmachen und Sallai hinter den weit aufgerückten Flügelverteidiger starten. Sallai „lupfte“ den Ball dann über Trapp. Das war insgesamt ein sehr schöner und direkter Spielzug.

3. Fazit

Frankfurt hatte über 60% Ballbesitz, doch sie schienen das Spiel nie so ganz kontrollieren zu können. Freiburg hatte aber auch nicht das krasse Pressing, das den Gegner komplett lahm legt und dieser nicht aus der Aufbaukette nach vorne kommt. Das Spiel war wild und konnte immer von der einen in die andere Richtung kippen. Eine klare Rollenverteilung ist eher schwierig zuzuweisen.
Über 90 Minuten hatte Frankfurt etwas mehr und die leicht besseren Abschlüsse.

Spiele gegen Frankfurt scheinen etwas emotionaler abzulaufen als gegen andere. Durch zwei „Rangeleien“ bei Einwürfen gab es vier gelbe Karten.

Aus Freiburger Sicht kann man mit dem Spiel und dem Ergebnis sehr zufrieden sein. Frankfurt ist aktuell in sehr guter Form und dem Sportclub fehlten bei zentralen Mittelfeldspieler. Die Umstellung war eine Notkonstruktion und sie funktionierte insgesamt doch recht gut.

4. Einzelspieler

Viele Einzelspieler machten nicht immer den besten Eindruck. Das lag aber auch an der riskanten Spielanlage. Häufig stand man nicht perfekt zu Ball.

Sallai war am auffälligsten, aber ihm fehlte dieses Mal etwas die Bindung zum Spiel.

Das größte Lob geht an Lienhart, der auf der fremden Position noch ein bisschen Ordnung in das wilde Spiel brachte. Man konnte durchaus erkennen, dass er die Position aus der U-21 Österreichs kannte – auch mit dem Ball.

Günter und Kübler waren etwas tiefer gebunden.

Grifo war in der ersten Halbzeit nur selten zu sehen, kam dann aber besser ins Spiel.

Höler versprangen einige Bälle. Seine letzten Auftritte nach Einwechslungen waren besser.

Apropos Einwechslungen: Jeong wiederum war nach dieser Einwechslung wieder deutlich besser als in seinem letzten Spiel von Beginn an gegen Stuttgart. Er hatte zwei Balleroberungen in der vordersten Linie und war sehr sicher mit dem Ball.

Petersen scheint in einen erneuten „Joker-Lauf“ zu kommen.

Das Torwartspiel ist eine Sonderdisziplin, aber ich habe das Gefühl, dass Müller beim 1:0 das kurze Eck ein bisschen zu offen lässt. Seine Rettungsaktionen gegen Silva und Hinteregger am kurzen Pfosten waren aber wirklich herausragend.

 

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