SC Freiburg – Eintracht Frankfurt 0 : 2


1. Die Aufstellungen

Im Spiel Freiburg gegen Frankfurt trafen zwei Dreierketten aufeinander. Der Sportclub spielte im 3-4-3, wobei Jeong zentral begann und dann Höler immer häufiger auf diese Position ging – gerade um lange Bälle festzumachen. Frankfurt spielte in einem 3-4-2-1. Ähnlich wie schon unter Hütter blieben die beiden Zehner hinter Borré deutlich zentraler, als es bei Freiburg üblich ist.

Personell setzte Streich auf dasselbe Team wie vor zwei Wochen. Das war im Fall von N. Schlotterbeck nicht unbedingt abzusehen gewesen, weil der Innenverteidiger aufgrund von muskulären Problemen nicht mit zur Nationalmannschaft fahren und eben auch nicht trainieren konnte. Und das sah man auch. Er spielte zwar nicht wirklich schlecht, aber er kam nicht ansatzweise an die herausragenden Leistungen der bisherigen Spiele heran. Als Streich zu Halbzeit auf die Viererkette umstellte, musste blieb N. Schlotterbeck in der Kabine und nicht Gulde.

2. Die erste Halbzeit

Freiburg presste nicht ganz so hoch und aggressiv wie sonst. Frankfurt fächerte mit der Dreierkette recht weit auf und spielte kaum riskante Bälle im Aufbau. Der Sportclub musste stark verschieben und kam nicht zu hohen Ballgewinnen. So hatten die Gäste eine recht gute Anfangsphase mit sicherem Ballbesitz. Die Frankfurter Chancen resultierten trotzdem eher aus Umschaltaktionen (11. Minute: Flekken unterbindet die Ablage mit dem Fuß) oder nach einem schlimmen Fehlpass von Jeong (9. Minute). In der Formation stand der SC also recht sicher.

Danach kam dann auch Freiburg besser ins Spiel – auch weil Frankfurt nach etwa 15 Minuten zu riskant in die Umschaltaktionen ging und den Ball schnell verlor. In der 20. Minute gab es eine schöne Kombination, bei der Jeong den Ball auf Höler durchließ, der auf Kübler passte, den Ball zurückbekam und dann aus etwa 14 Metern flach abschloss. Trapp parierte mit einer Hand.
Nur 5 Minuten später flankte Grifo an den zweiten Pfosten, wo Kübler dieses Mal nicht an den Ball kam, der aber trotzdem aufs Tor ging. Trapp war wieder schnell genug unten.
Weitere fünf Minuten später gab es eine wunderschöne Kombination über links, bei der am Ende Höfler einen Steilpass in den Sechzehner spielte und die Ablage von Eggestein zur Ecke abgeblockt wurde.

Ab dieser 30. Minute hatte dann Frankfurt wieder zwei gute Aktionen und schoss mit der dritten Aktion dann das Tor. Die Situation war unglücklich, weil Kübler eigentlich schon geklärt hatte, dabei aber Eggestein anschoss und der Ball so im Strafraum zu Lindström kam.

Zwei Minuten später hätte Jeong fast ausgleichen können, als er einen Steilpass von Höler gut mitnahm, den Ball aber nicht am heraus eilenden Trapp vorbeibekam.
Freiburg hatte dann auch noch ein paar Angriffe vor der Pause, kassierte aber ärgerlicher Weise sogar noch das 0:2. Ein auf das Tor gezogener Freistoß ging an allen Spielern – inklusive Flekken – vorbei, an den Innenpfosten und ins Tor. Trotz einer halbwegs ausgeglichen Halbzeit lag man dann mit zwei Toren zurück.

3. Die zweite Halbzeit

Streich brachte Schade für N. Schlotterbeck und stellte auf ein 4-4-2 um. Der SC spielte nun deutlich riskanter, zog sich nach Ballverlusten nicht zurück, sondern ging direkt ins Gegenpressing. Mit dieser Spielweise hatte man in den Minuten 45-90 72% Ballbesitz. Und man kam auch zu den Standards, die man in der ersten Halbzeit noch nicht provozieren konnte. In der 49. und in der 53. Minute wurde Schade in guter Position gefoult und Tuta und Chandler sahen die gelbe Karte. Und bei einem weiteren Standard in der Anfangsphase der 2. Halbzeit kam dann auch mal Höfler am ersten Pfosten zum Kopfball, traf aber nur den Pfosten.
Auf der anderen Seite kam Frankfurt schon auch zu Kontern, die sie teilweise ziemlich schlecht ausspielten. Bei Minute 55:10 gibt es einen Konter mit fünf Angreifern auf drei Verteidiger und es kommt nur ein Distanzschuss dabei heraus.

Es lohnt sich nicht, alle Chancen einzeln aufzuzählen. Freiburg flankte viel (24 Flanken, 12 kamen an) und kam zu Abschlüssen. 13 der 16 Schüsse in der zweiten Halbzeit wurden im Strafraum abgegeben, aber nur 2 kamen auf das Tor. Man hatte insgesamt schon etwas Pech, andererseits verteidigte Frankfurt auch gut und machte auch unter lang anhaltendem Druck keine unnötigen Fehler. Streich brachte noch Haberer für Eggestein und Weißhaupt für Kübler (Sallai ging dann auf RV), aber es änderte wenig an der Grundkonstellation. Frankfurt brachte das Ergebnis über die Zeit.

4. Fazit

Grundsätzlich war das Spiel nicht schlecht. Der Unterschied zu anderen Spielen dieser Saison lag teilweise an einem nicht so herausragenden N. Schlotterbeck und einem etwas unglücklichen Spielverlauf. Die zweite Halbzeit war aus Fanperspektive frustrierend, weil trotz ständiger Angriffsbemühung kein Tor fiel, aber grundsätzlich konnte man sehen, dass Freiburg in Rückstand den Druck erhöhen kann und sich dabei auch Chancen herausspielt. Man muss sich nach diesem Spiel also keine Sorgen machen, dass der Sportclub nun einbricht. Es gab mit und gegen den Ball keine grundsätzlichen Probleme.
Vielleicht hätte man von Beginn an auf das 4-4-2 setzen können, um eine Überzahl auf dem Flügel besser ausspielen zu können. Andererseits war man auch nicht systematisch unterlegen. Man kann also nicht davon sprechen, dass das 3-4-3 nicht funktioniert hätte. Manchmal kassiert man einfach unglückliche Gegentore.

5. Einzelspieler

Grifo hatte einen sehr großen Radius und nach den Aufbauspielern Lienhart, Gulde und Höfler auch die meisten Pässe. Zusätzlich war er an 9 von 21 Schüssen beteiligt.

Lienhart war im Spielaufbau wie immer prägend, hatte aber besonders auch gegen den Ball einen sehr guten Tag.

Kevin Schade macht weiter auf sich aufmerksam. Gerade in den ersten Minuten seiner Einwechslung hatte er sehr dynamische Aktionen. Wie so häufig hatte er mehr Zweikämpfe als angekommene Pässe. Er spielt enorm riskant, macht aber dabei mit seiner Physis den Abwehrspielern große Probleme. Mit der Zeit ließ seine Wirkung allerdings nach.

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