SC Freiburg – Bayer 04 Leverkusen 2 : 1

Spiele am Sonntagabend sind schlecht für den Blog. Deshalb ein Text in Rekordzeit und hoffentlich nicht allzu vielen Fehlern.
Es wird kein Hinrundenfazit geben, weil ich bis zum 20.01.2022 im Stress bin.
Im Spodcast sprechen wir über das Spiel und die Hinrunde.

1. Aufstellung und Herangehensweise

Gegen Union Berlin hatte Streich eine besondere Aufstellung gewählt. Beide Schlotterbecks durften in einer Dreierkette spielen und das System war auch eher ungewohnt. Man spielte im 5-3-2 mit Grifo auf der Acht. Mit einer eher vorsichtigen Herangehensweise holte man immerhin einen Auswärtspunkt an der alten Försterei. Gegen Leverkusen war es systematisch wieder das 4-4-2. Die beiden personellen Besonderheiten waren die Einsätze von Sallai und Haberer.

  Höler   Jeong  
Grifo Höfler   Haberer Sallai
Günter N. Schlotterbeck   Lienhart Kübler
    Flekken    


Die Mechanismen im Pressing waren recht bekannt. Leverkusen spielte im 4-2-3-1. Höler und Jeong liefen die beiden Innenverteidiger an und nahmen dabei Aranguiz (Sechser) in den Deckungsschatten. Höfler und Haberer konnten sich an Andrich (Sechser) und Demirbay (Zehner) orientieren (Keine tatsächliche Mannorientierung). Allerdings wurden die zurückfallenden Bewegungen von Wirtz und Schick recht eng verfolgt. Damit nahm man dem Gegner einige seiner Stärken.
Auf der anderen Seite agierte Leverkusen gegen den Ball auch in einem recht simplen 4-2-3-1, ohne aber auf die Besonderheiten des Freiburger Spiels zu achten. Schon die klassischen Bewegungen von Grifo, der sich im Aufbau einschaltete, konnte also leichte Überzahlsituationen schaffen.

2. Die erste Halbzeit

Freiburg fing mutig an und kam in ein hohes Pressing und spielte selbst schnell nach vorne. Das führte sofort zu Chancen. In der ersten Minute spielte Grifo einen Freistoß kurz hinter der Miteillinie schnell aus, Jeong flankte an den zweiten Pfosten und N. Schlotterbeck scheiterte aus kurzer Distanz an Hradecky.
Zwei Minuten später kombinierte sich Günter links durch, legte auf Höler ab und der scheiterte auch am Leverkusener Torhüter.
Zwischen der 10. und 20. Minute kam Leverkusen etwas besser ins Spiel, ohne aber klare Chancen zu bekommen. Danach wurde Freiburg wieder dominanter.
In der 25. Minute hatte Günter einen Distanzschuss, der erstaunlich scharf war, obwohl er nur mit rechts zum Abschluss kam.
Noch in derselben Minute gab es eine hohe Balleroberung und Sallai spielte einen Doppelpass mit Jeong. Der anschließende Kopfball war aber ungefährlich.
Und zwei Minuten später konnte Leverkusen eine Flanke nicht klären und Höfler scheiterte aus 18 Metern an Hradecky.
In der 32. Minute klappte es dann aber. Sallai spielte eine seiner typischen sehr frühen Halbfeldflanken auf Jeong, dessen Schuss dann von Frimpong mit der Hand geblockt wurde. Normalerweise wird bei Handelfmetern lange diskutiert, aber hier war die Sache recht klar. Frimpongs Arm war einfach deutlich zu weit abgespreizt. Grifo sah vor dem Strafstoß nicht besonders sicher aus, lupfte den Ball dann aber doch fast schon überheblich in die Mitte.

Nach der sehr verdienten Führung hatte Leverkusen viel Ballbesitz (70% sagte man auf DAZN). Allerdings verteidigte Freiburg die Angriffe sehr souverän. Man stand oft tief, Leverkusen spielte um den Sechzehner herum, aber es kam kaum zu brenzligen Situationen. Ausgenommen der letzten Ecke, bei der man wirklich unaufmerksam war. Der Ball ging an allen vorbei an den zweiten Pfosten. Tah schoss rückwärts einfach nur wieder Richtung Fünfmerterraum und dort stand Aranguiz und köpfte das 1:1. Höler war auf die Linie gelaufen und hob damit das Abseits auf.

3. Die zweite Halbzeit

Nach der Pause passierte recht wenig. Leverkusen hatte das Pressing leicht verändert. Es sah nun häufiger wie ein 4-4-2 aus, aber genau kann ich es nicht sagen.
Das Spiel in der zweiten Halbzeit zeichnete sich enorm dadurch aus, dass die vertikalen Pässe von den Verteidigern beider Seiten abgelaufen wurden und die defensiveren Sechser der gerade verteidigenden Mannschaft oft zweite Bälle sichern konnten. In der Tendenz schien das Spiel eher in Richtung Winterpause auszutrudeln.
Streich brachte aber nochmal neue Energie in Form von Schade auf das Feld. Der brauchte 5 Minuten, um sich nach einem langen Ball durchzusetzen und mit einer flachen Hereingabe immerhin einen Eckball herauszuholen.
Wieder 11 Minuten später gab es dann das obligatorische Foul an ihm, bei dem ein Gegner die gelbe Karte sieht.
Und in der 84. Minute konnte Freiburg einen langen Ball gewinnen und raus zu Demirovic passen. Der schlug wieder eine Halbfeldflanke, Hradecky kam raus, um den Ball abzufangen, aber Schade kam vor ihm an den Ball und schob ihn ins Tor.
Erstaunlicherweise kam Leverkusen danach kaum noch zu Torchancen. Freiburg konnte sogar den Ball häufig in der gegnerischen Hälfte halten und damit die drei Punkte und auch den dritten Platz in der Hinrundentabelle sichern.

Man kann die defensive Leistung kaum zu hoch einschätzen. Leverkusen hat in den letzten 4 Spielen 14 Tore geschossen. Gegen Freiburg hatten sie genau so viele Schüsse in Richtung des Tores (7) als Tore gegen Fürth. Schick ist in herausragender Form, hatte aber keinen einzigen interessanten Abschluss. Wirtz spielt die halbe Liga schwindelig, ist aber gegen den Sportclub recht unauffällig. Das Spiel passte also zur Hinrunde, in der man sich mit 16 Gegentoren den Titel „beste Abwehr der Liga“ nur mit den Bayern teilen muss.

4. Einzelspieler

Lienhart hatte einige gute Szenen, in denen er in schwierigen Situationen teilweise als letzter Abwehrspieler klärte.

N. Schlotterbeck hatte seine Aktionen etwas weiter vorne, weil er wieder häufiger herausrückte. Bei ihm fiel auf, dass seine langen Bälle deutlich häufiger und genauer ankommen. Das könnte sogar noch wichtiger werden, wenn auf der diagonal gegenüberliegenden Seite auch mal wieder Schmid oder der Neuzugang Siquet spielen.

Schade ist ein toller Einwechselspieler. Seine Passspielstatistik war zwar mal wieder grauenhaft (3 von 7), aber er bringt durch seine Wuchte eine gewisse Durchschlagskraft mit.

Höfler hatte ein paar Unsicherheiten im Spiel, die man von ihm schon länger nicht gesehen hat.

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