Interview vor dem Spiel SC Freiburg – SV Werder Bremen mit „Hör mal Werder hämmert“

Nicht nur bei den Spielern des SC Freiburg gibt es Verbindungen zum SV Werder Bremen, auch die Blog- und Podcastsphäre hat sich im Blick. Ich war zum zweiten Mal zu Gast beim immer gut gelaunten Podcast „Hör mal Werder hämmert“ für ihren Vorbericht zum Spiel am Samstag. (Link wird bei Veröffentlichung eingefügt)

Um das gesprochene Wort noch mit dem geschriebenen zu ergänzen, folgen nun die Antworten der beiden auf meine Fragen zu dem, was denn gerade so an der Weser so los ist:

 

1. Die Transferphase in Bremen war ja etwas wild. Wie schätzt ihr den Abgang von Klaassen und den überraschenden Verbleib von Rashica ein?

Wirklich „wild“ waren nur die Hoffnungen vieler Werder-Fans, inklusive uns. Die Transfers waren alle erwartbar mit drei Ausnahmen, wobei es dabei eher um die Art als um das Ergebnis geht: der nicht-Transfer von Rashica, der sehr späte Transfer eines Leistungsträgers in Form von Klaassen und die fehlende angekündigte Verpflichtung auf der 6.
Die Einnahmen von Rashica hatte ganz grün-weiß schon eingeplant, da der Zeitpunkt für einen Transfer auch sportlich für ihn gekommen ist. Wegen unzähligen Gründen bleibt Rashica jetzt, was sportlich absolut ein Gewinn sein kann. Allerdings kamen direkt wieder Gerüchte auf, dass er jetzt schon darauf drängt, den Transfer für den Winter klar zu machen. Ob solche Gerüchte der sportlichen Leistung Rashicas und der um Selbstverständnis kämpfenden Mannschaft guttut, werden die nächsten Wochen zeigen.
Dass eine weitere Stammkraft gehen wird, war vielen eigentlich von Beginn der Transferperiode an bewusst – bis sich monatelang nichts tat. Für Klaassen ist der Wechsel sportlich wie persönlich absolut nachvollziehbar und für Werder finanziell ebenso. Brisant wird der Wechsel erst dadurch, dass das Mittelfeld bereits nicht ausreichend besetzt scheint und mit Klaassen sicher auch charakterlich eine Stütze geht. Klaassen hatte als Vizekapitän auf dem Platz sowohl kommunikativ als auch leistungstechnisch einen klaren Stammplatz und das wird fehlen, da bekanntlich kein entsprechender Ersatz verpflichtet wurde.

2. Daran anschließend: wie wird das zentrale Mittelfeld nun besetzt? Gerne ein paar Worte zu Mbom und der Form von Eggestein.

Die ewige Baustelle. Als Hund würden wir einfach unseren Kopf querlegen und alle finden es süß. Als Werder Podcast können wir nur spekulieren: Mbom könnte aufrücken. Seine ersten beiden Spiele waren vor allem körperlich vielversprechend. Dennoch waren es nur zwei Spiele und die herbeigesehnte spielerische Note wird er auch nicht hineinbringen können. Wir erwarten ihn dennoch insbesondere nach Klaassens Abgang immer wieder in der Startelf.
Die Form der zweiten Stütze im Mittelfeld (Maxi Eggestein) ist noch nicht auszumachen. Er scheint die neue erste Wahl auf der 6er Position zu sein, da Erras für die Bundesliga noch Zeit braucht. Im Grunde genommen ist Eggestein nicht wirklich gut aufgehoben auf der 6. Im fehlt es vor allem an cleverem Zweikampfverhalten und Geschwindigkeit. Dafür hat er ein enormes Spielverständnis und ein gutes Auge für starke Pässe. Gerade Letzteres wird er auf der 6 häufiger zeigen können.
Aufgrund von Klaassens Abgang und Kohfeldts gewonnener Zuneigung zur 5er-Kette könnten auch ein 5-2-3 möglich machen, sodass die vakante dritte Position sich tendenziell etwas erübrigt. Jene könnte ansonsten von Woltemade, Schmid, Bittencourt und Osako ausgefüllt werden bis Möhwald wieder bei 100 Prozent ist. Möhwald dürfte bei voller Fitness Startelfkandidat sein. Bittencourt und Osako möchten wir dagegen ungern auf der 8 sehen. Woltemade und Schmid könnten diese Saison dagegen noch spannend werden, wobei auch diese beiden offensiver genauso gut oder sogar besser vorstellbar sind.


3. In der letzten Saison war Bremen recht Standardschwach, was dem Sportclub immerhin im Hinspiel noch einen Punkt gebracht hat. Hat sich das in den ersten drei Spielen verbessert?

Von dieser positiven, sich andeutenden Entwicklung ist man sehr überrascht. Gegen Schalke traf Füllkrug gleich dreimal nach einem Standard (ein Elfer war auch dabei). Auch auf der anderen Seite sah das schon strukturierter aus als letzte Saison, wobei die Stichprobe ja noch äußerst klein ist. Es scheint auf den ersten Blick erstaunlich, was OHNE einen Standardtrainer plötzlich möglich ist. Dabei darf man aber die genannte Personalie Füllkrug nicht außen vor lassen. Lücke hat letzte Saison spürbar gefehlt. Die Präsenz im Strafraum, der Antritt zum Tor und die Klarheit im Abschluss macht sich eben besonders bei Standards schnell bemerkbar und sollte er gesund bleiben, wird er hier definitiv helfen.
Was bleibt ist die Schwäche in der letzten Viertelstunde (ungefähr). Dem Gegner wird der Ball überlassen, man steht mit 11 Leuten in der eigenen Hälfte und scheint sich beinahe auf das Hoffen zu beschränken. Mit den letzten Minuten hat Freiburg ja gute Erfahrungen gegen Werder gemacht…

 

Eine direkte Überweisung ist für mich selbstverständlich noch besser:

Empfänger: Michael Tschirwa
IBAN: DE 39 6609 0800 0017 4666 17
BIC: GENODE61BBB
Bank: BBBank
Stichwort: Zerstreuung Fussball