Hertha BSC – SC Freiburg 3 : 0


1. Aufstellung und Herangehensweise

Wie so oft in dieser Saison gab es praktisch keine nennenswerten Ausfälle. Der Fitnesszustand von Grifo ist zwar nicht ganz klar, aber es reichte erneut für einen Kaderplatz.

Streich wählte das 3-4-3-System mit Gulde als linker Innenverteidiger und der Doppelsechs Santamaria und Höfler. Es gab keine besonders große Überraschung.

2. Herthas strukturelle Überlegenheit im Mittelfeld

Hertha BSC wechselte auf 9 Positionen im Vergleich zum Mainzspiel am Montag. Und Dardai änderte auch das System. Er setzte nicht erneut auf eine Dreierkette, sondern spielte im 4-3-2-1 mit Darida auf der 10. So hatten sie drei Spieler im Mittelfeld und der Sportclub nur zwei. Zusätzlich hat Santamaria mit dem Ball auch die Aufgabe die rechte Seite zu unterstützen – also eher eineinhalb Spieler.

Hertha hielt mit dem Ball sehr große Abstände zwischen den eigenen Spielern. Dadurch hatte der Sportclub weite Wege im Pressing. Die Passwege für die Hertha wurden dadurch zwar länger, aber auch klarer – in dem Sinne, dass der freie Spieler mehr Platz zum Gegenspieler hatte. Das sah man sehr häufig bei den über die erste Pressinglinie gechippten Anspielen von Schwolow ins Mittelfeld, wo der Mitspieler oft genug Zeit und Raum hatte, den Ball kontrolliert anzunehmen.

3. Dennoch unglücklicher Spielverlauf

Dennoch kam Freiburg eigentlich besser in die Partie, hatte schnell ein paar Standards und ließ keine Abschlüsse zu. Der erste Torabschluss des Gegners war dann aber auch gleich ein Tor. Piatek kam an einen „Abpraller“, Schlotterbeck und Günter stellten den Weg zum Tor nicht gut zu und er schoss aus kurzer Distanz flach ins Tor.

Das 2:0 war eine gute Einzelaktion von Radonjic, der seine Tempovorteile gegen Lienhart ausnutzte.


Der Zwei-Tore-Rückstand spiegelte nicht unbedingt den Spielverlauf wider. Aber es wurde ziemlich deutlich, dass Freiburg Probleme hatte, selbst zu klaren Abschlüssen zu kommen. Ein eher passives und fehlerfreies Mittelfeldpressing ist immer noch das beste Mittel gegen die Freiburger Offensive.

4. Umstellung und gute Ansätze

Zur Pause brachte Streich Grifo und Keitel für Schlotterbeck und Santamria, die beide keinen guten Tag hatten. Das bedeutete eine Umstellung auf 4-4-2.

Die Umstellung funktionierte im Vergleich zur ersten Halbzeit recht gut. Höfler ließ sich oft fallen, Grifo agierte sehr weiträumig und der zusätzliche Spieler brachte etwas mehr Zugriff im Angriffspressing. Die Unterzahl im Mittelfeld war nicht gelöst, aber durch die Verletzung von Guendouzi und die noch passivere Ausrichtung war Hertha dort auch nicht mehr ganz so gefährlich. Gerade die ersten 15 Minuten nach der Pause gingen klar an Freiburg. Und in der 52. Minute kam Höler auch zu einem Abschluss aus recht guter Position nach Hereingabe von Günter.

Der Sportclub spielte immer riskanter, konnte aber dennoch keinen „Dauerdruck“ aufbauen. Es gab noch eine sehr schöne Chance für Petersen. Keitel schickte Demirovic mit einem Steckpass in den Strafraum und der legte ab. Schon in der Schlussphase gab es noch eine Kontersituation mit Jeong und Demirovic, die okay aber eben nicht perfekt ausgespielt wurde.
Ab der 70. Minute kam die Hertha dann zu Konterchancen und nutzte dann auch eine in der Schlussphase zum 3:0 Endstand.

5. Fazit

Das Verhalten einiger Spieler bei den ersten beiden Gegentoren (obwohl das 2:0 auch gut von Hertha war) und die Probleme im Pressing in der ersten Halbzeit waren im Vergleich zur restlichen Saison schon ungewöhnlich.

Es gab aber auch ganz gute Ansätze, gerade in der zweiten Halbzeit.

Gefühlt ist das 3:0 ein zu hohes Ergebnis, aber wenn man sich den Spielverlauf anschaut, ist es auch keine große Überraschung. Damit scheint Hertha BSC fast schon aus dem Abstiegskampf draußen zu sein und Freiburg wird mit Platz 7 wohl nichts mehr zu tun haben.

Mit Köln, Frankfurt und Bayern gibt es dennoch noch sehr interessante Spiele in dieser Saison. Und in der Regionalliga ist es auch noch spannend.

Wer diesen Blog mit einer kleinen Spende unterstützen möchte, kann das hier tun. Ziel ist zunächst die Finanzierung der Serverkosten. Zusätzlich wünsche ich mir ein richtiges Sky-Abo, womit ich nicht immer auf Angebote von Sky-Ticket lauern muss. Damit läuft ein Spiel ohnehin nur selten 90 Minuten flüssig durch.

Eine direkte Überweisung ist für mich selbstverständlich noch besser:

Empfänger: Michael Tschirwa
IBAN: DE 39 6609 0800 0017 4666 17
BIC: GENODE61BBB
Bank: BBBank
Stichwort: Zerstreuung Fussball