FC Bayern München – SC Freiburg 3 : 1


1. Aufstellungen

Es gab zwei Veränderungen in der Startelf. Der verletzte Koch sollte von Tempelmann ersetzt werden, der sich allerdings beim Aufwärmen verletzte. So kam Keitel zu seinem Startelfebut. Außerdem kam Petersen für Waldschmidt ins Spiel. Systematisch blieb es beim 4-4-2 wie in den letzten Spielen.

Auf der anderen Seite wurde das Team der Bayern von Flick ordentlich durchgemischt. Cuisance, Singh, Martinez, Hernandez und Ulreich spielten alle von Anfang an, auch weil es ein paar Sperren und Verletzungen gab.

2. Die erste Halbzeit

Freiburg knüpfte an die immer offensivere Herangehensweise der letzten Spiele an. Im eigenen Aufbau versuchten die Spieler trotz des Pressings der Bayern (zugegeben war dieses auch schon einmal intensiver in dieser Rückrunde) die meisten Situationen flach zu lösen. Im Spiel gegen den Ball schoben einige Spieler weit heraus und tiefe Abnehmer von Ulreichs Abstößen wurden meistens zugestellt. Diese Herangehensweise führte dann auch in etwa zu dem Spiel, das man erwarten konnte. Bayern hatte ein paar Balleroberungen in Freiburgs Hälfte, ebenso konnten sie teilweise das hohe Pressing überspielen und hatten dann viel Raum und vor allem eine Freiburger Verteidigung vor sich, die nicht in einem organisierten Block stand, sondern in der Rückwärtsbewegung war. Der Sportclub seinerseits hatte aufgrund des mutigeren Ansatzes durch das Spiel hinweg Szenen im letzten Drittel. Zu Beginn waren es einige Schnellangriffe über Günter und Grifo, etwas später gab es auch einige Verlagerungen auf die rechte Seite. Gerade im Vergleich zu den Spielen gegen Leverkusen und Gladbach kam der SC sehr viel häufiger in gefährliche Räume.

Die ersten beiden Gegentore hatten aber gar nicht unbedingt viel mit der offensiveren Herangehensweise zu tun. Beim 1:0 standen genug Verteidiger um Lewandowski herum, der den Ball nach einem gechippten Anspiel von Müller aber gut abschirmte und auf Kimmich ablegte. Petersen hing dem bayrischen Sechser im Rücken, konnte dessen Abschluss aber ebenso wenig verhindern, wie die Spieler, die schon im Strafraum standen.
Auch beim 2:0 waren eigentlich genug Freiburger da, um die Szene zu verteidigen, aber wenn man sich die Szene noch einmal ansieht, bemerkt man, wie viel schwer Vorherzusehendes dabei passiert. Die Stationen hießen: Kimmich, Müller, Goretzka, Lewandowski. Petersen machte Druck auf Kimmich, der dann aber einen Pass in den Raum vor dem Sechzehner durch Höler und Grifo spielte, in den Müller auch erst hineinlief. Müller ließ den Ball an sich vorbeilaufen, täuschte an auf den Flügel zu gehen, drehte sich dann aber doch in Richtung Zentrum. Dort lief einerseits gerade Goretzka ein, andererseits wurden die Freiburger Innenverteidiger von Lewandowski aus dieser Szene „weggezogen“. Als Goretzka dann den Ball von Müller bekam, löste sich Heintz von Lewandowski und schob auf den Ex-Bochumer. So war dann auch niemand vor Lewandowski (Lienhart war knapp hinter ihm) als er den Abpraller von Goretzkas Schuss mit dem Kopf ins Tor beförderte.

Bei den ersten beiden Toren muss man also sagen, dass sie einfach sehr gut und präzise von der Achse Kimmich, Müller und Lewandowski ausgespielt wurden.

Die anderen beiden Tore hatten schon eher etwas mit der mutigeren Freiburger Herangehensweise zu tun.
Vor dem 2:1 presste der Sportclub recht hoch und zwang letztendlich Ulreich zu einem unkontrollierten Schlag ins Seitenaus. Petersen lief hinter Bayerns Abwehrkette in Richtung Eckfahne, konnte den Ball annehmen und auf Schmid zurücklegen. Der spielte Keitel im Sechzehner an und startete selbst in den Strafraum. Keitel behauptete den Ball kurz und steckte dann zu Schmid durch, welcher aus spitzem Winkel durch die Beine von Ulreich schoss und somit die Vorlage für Höler gab, der sich am langen Pfosten angeboten hatte. Höler erzielte somit sein drittes Tor in den letzten vier Spielen gegen den FC Bayern.
[Nachtrag: Petersen legte nicht auf Schmid ab, sondern verlor den Ball an Martinez, dessen Befreiungsschlag bei Schmid landete.]

Auch das 3:1 entstand aus einer Pressingsituation der Freiburger. Mit sieben Spielern stand der Sportclub in der Hälfte der Bayern. Vier davon versuchten direkt auf dem linken Flügel in Ballbesitz zu kommen, doch die Bayern kombinierten sich aus der Drucksituation heraus, verlagerten auf den rechten (also ihren linken) Flügel, von wo aus Hernandez ein flache Hereingabe auf Lewandowski spielen konnte.

3. Die zweite Halbzeit

Freiburg kam gut aus der Kabine, konnte sich vorne festsetzen und ließ deutlich weniger Angriffe der Bayern zu. Man hatte aber auch das Gefühl, dass der FCB nicht mehr ganz so intensiv im Spiel war wie vor der Pause. In der 57. Minute gab der Sky-Kommentator durch, dass es zu diesem Zeitpunkt einen ausgeglichenen Ballbesitz der beiden Teams seit der 45. Minute gab. Freiburg holte ein paar Standards heraus, wovon aber nur eine Ecke in der 52. Minute etwas gefährlich wurde. In der 70. und 74. Minute wurde der eingewechselte Waldschmidt erst von Petersen, dann von Günter in gute Abschlusspositionen gebracht, schoss aber beide Male über das Tor. Bayern kam währenddessen ebenfalls nur zu Distanzschüssen. Danach „plätscherte“ das Spiel so vor sich hin, bis Kwon in der Nachspielzeit noch alleine auf Ulreich zulief, den Ball aber nicht im Tor unterbringen konnte.

4. Fazit

In der Hinrunde wurde eine 3:1 Niederlage gegen die Bayern deutlich positiver aufgenommen. Das liegt sicher auch daran, dass es damals lange Zeit 1:1 stand, Freiburg Chancen zur Führung hatte und erst in den letzten Minuten zwei Tore kassierte. Vergleicht man allerdings die Statistiken der Spiele aus der Hin- und Rückrunde, sind sie recht ähnlich. Zwar hatte man in der Hinrunde mehr Torschüsse und mehr expected Goals, dafür war in diesem Spiel die Differenz der expected Goals deutlich geringer (2,15 : 1,43).

Die Saison davor hatte man noch mit eher defensiven Herangehensweisen zwei Unentschieden gegen Bayern geholt, in dieser Saison versuchte der Sportclub zweimal gegen Bayern mitzuspielen und hatte damit recht gute Szenen in eigenem Ballbesitz, musste aber auch viele Chancen zulassen. Die Enttäuschung vieler nach diesem Spiel hängt aber wahrscheinlich ohnehin weniger mit der Leistung gegen diesen starken Gegner zusammen als mit dem Verpassen der Europa-League.

5. Spieler

Yannik Keitel machte ein ordentliches Spiel auf der wichtigen Position im Zentrum. Größtenteils fiel er nicht besonders auf, was ein ganz gutes Zeichen ist, da man als Mittelfeldspieler auch sehr unglücklich aussehen kann. Zusätzlich sammelte er seinen ersten Pre-Assist (vorletzter Pass vor dem Tor) in der Bundesliga.

Schwolow ist schon seit Wochen sehr gut in Form und hatte auch gegen Bayern wieder einige gute Paraden.

Lienhart hat in der Schlussphase dieser Saison noch einmal einen großen Schritt gemacht. Gerade seine defensiven Qualitäten beim Blocken von Schüssen und Klären von Flanken haben sich enorm verbessert. Die flache Spieleröffnung war ohnehin eher immer eine Stärke von ihm.

 

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