FC Augsburg : SC Freiburg 1 : 1

Aus Zeitgründen nur ein kurzer Artikel in ungewohnter Reihenfolge:

1. Bewertung

1 : 1 Tore
9 : 20 Schüsse
3 : 5 Schüsse auf das Tor
0,73 : 1,33 xG
62% : 85% Passquote
27% : 73% Ballbesitz
39% : 61% gewonnene Zweikämpfe

Die ersten 65 Minuten hat der SC Freiburg das Spiel klar dominiert. Mit dem Ball hatte man auf fremden Platz ein klares Pass- und Positionsspiel im 4-2-3-1. Höfler agierte sehr flexibel, ließ sich mal neben, mal zwischen die Innenverteidiger fallen, blieb gegebenenfalls aber auch im Sechserraum. Doch der Sportclub hatte den Ballbesitz nicht nur in der eigenen Hälfte, sondern brachte das Spielgerät auch häufiger ins letzte Drittel und kam zu ein paar Abschlüssen. Neben der Ballsicherheit beeindruckte man aber insbesondere durch die Zweikämpfe im Mittelfeld. Ballgewinne und Umschaltaktionen des FC Augsburg wurden größtenteils sehr gut abgesichert.

Koch spielte dabei einige schöne halblange Bälle auf die Außen oder lange Bälle in die Spitze. Gulde ging häufiger mit dem Ball am Fuß ins Mittelfeld. Meistens kam der Sportclub aber durch den altbekannten Weg „Außenverteidiger – Sechser – Flügelspieler“ in das letzte Drittel. Grifo, Waldschmidt und Haberer ließen sich auch gerne mal fallen, um den Ball nach vorne zu tragen. Insgesamt waren nicht immer alle Bewegungen perfekt aufeinander abgestimmt, aber das Spiel bis zum gegnerischen Strafraum funktionierte fast durchgehend gut. Im letzten Drittel angekommen, rückten auch die Aufbauspieler weit auf, um eine Ballzirkulation in der gegnerischen Hälfte zu ermöglichen. Diese Form von Ballbesitz sieht man bei Freiburg wirklich selten – und wenn, dann eher nur über Spielphasen, nicht über 90 Minuten.

Augsburg blieb größtenteils passiv. Das Pressing war weder hoch, noch aggressiv. Erst in der Strafraumverteidigung konnte die Heimmannschaft die dominanten Freiburger meist aufhalten.

2. Drei Fehler, ein Gegentor

In den ersten 45 Minuten gab es nur drei nennenswerte Vorstöße des Gegners. Zunächst lief Koch mit dem Ball am Fuß ins Mittelfeld und verlor dort den Ball. Richter kam zum Distanzschuss und traf den Pfosten. Die zweite Szene war ein Konter nach eigenem Standard. Freiburg lief den Konter ab, hatte den Ball, wollte sich aus dem Gegenpressing befreien, aber Günter kam nicht an Richter vorbei. Nach Verlagerung und Halbfeldflanke schlug Koch noch über den Ball und Max traf zum 0:1. Auch in der dritten Szene versuchte der Sportclub sich spielerisch aus dem Gegenpressing zu befreien, verlor den Ball und ließ so einen Schuss von Niederlechner im Strafraum zu.

Es bleibt aber festzuhalten, dass drei zugelassene Szenen in 45 Minuten nicht so viele sind, wenn man so viel Ballbesitz hat. Immerhin traf man auf einen Gegner, dessen gesamter Spielplan darauf ausgerichtet war, auf Fehler zu spekulieren und diese auszunutzen.

3. Probleme

Das Spiel war gut, aber selbstverständlich war es nicht perfekt. In den ersten 45 Minuten mangelte es teilweise an den klaren Durchbrüchen im letzten Drittel. Die Rückfallbewegungen der offensiven Spieler im Aufbau waren sehr variabel, aber die Läufe in den Strafraum wirkten noch etwas unabgestimmt. Über die 90 Minuten wurde der Sportclub besonders durch Standardsituationen gefährlich und schoss auch den Ausgleich kurz nach einem ruhenden Ball.
Ab der 65. Minute kam Augsburg etwas besser ins Spiel. Freiburg kam dann nicht mehr ganz so leicht aus der eigenen Hälfte heraus und hatte ein paar Ballverluste. Gerade der eingewechselte Vargas hatte über die Augsburger linke Seite ein paar Aktionen.
In dieser Phase konnte man sich etwas wundern, dass Streich nicht früher durch Wechsel auf diese Entwicklung Einfluss nahm. Andererseits sind bei diesem Spielstil Eingriffe auch immer riskant. Kwon ist sehr gut für Dribblings, Ballgewinne und Durchbrüche geeignet, ist aber nicht so sicher in der Ballzirkulation. Bei Sallai sieht es ähnlich aus. Grifo, Haberer und Waldschmidt scheinen schon am besten dazu zu passen und bei einem Unentschieden Auswärts bei einem Gegner, der immer mal ein Tor durch Konter erzielen kann, hatte man auch noch etwas zu verlieren. Die Wechsel kamen spät und hatten somit auch keine größeren Auswirkungen mehr. Gegen Ende des Spiels hatte man das Gefühl, dass beide Teams halbwegs zufrieden mit dem Ergebnis waren, auch wenn für den Sportclub vielleicht etwas mehr möglich gewesen wäre.

4. Positives Fazit

Das Spiel war gut. Es war schön zu sehen, wie selbstbewusst diese Freiburger Mannschaft versuchte, das Spiel zu machen. In den Details gab es noch Potenzial für Verbesserung, aber es ist eben der SC Freiburg und nicht Leverkusen, Dortmund oder Leipzig. Gerade die Kombination aus sicherer Ballzirkulation, bei Ballverlust aber intensiven Zweikämpfen, war größtenteils sehr gelungen. Dadurch, dass sich Freiburg in so eine gute Position gebracht hatte und es nur an Details mangelte, ist das Unentschieden vielleicht sogar auf den ersten Blick frustrierender als ein erkämpfter Punkt in einem Spiel ohne Dominanz. Mit etwas Abstand kann man aber vielleicht doch einsehen, dass man sich über so ein Spiel freuen kann, auch wenn sich der Sportclub nicht dafür belohnt hat. Dafür hätte man vielleicht in Führung gehen müssen.

 

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