FC Augsburg – SC Freiburg 1 : 1

Entschuldigt Dopplungen, Rechtschreib- und Grammatikfehler. Ich habe mir die Zeit schlecht eingeteilt und muss nach dem „Runterschreiben“ nun auf das Korrekturlesen und Umschreiben verzichten. Ich hoffe, es ergibt alles halbwegs Sinn.


1. Das Spiel (Kurzusammenfassung)

Der SC Freiburg kam gut in die Partie und hatte in den ersten fünf Minuten zwei offensive Aktionen. Die erste kam nach einem langen Ball zustande, wurde über Grifo und Günter ausgespielt, aber zur Ecke geklärt. Die zweite resultierte aus einem Ballgewinn in einer Pressingaktion. Grifo schickte Demirovic steil hinter die letzte Kette, der legte rüber zu Höler, welcher den Ball dann mit der Hacke hinter seinem Standbein mitnahm und abschließen wollte. Iago behielt aber die Übersicht und blockte den Schuss.
In der siebten Minute bekam Demirovic für ein übermotiviertes Einsteigen die gelbe Karte. In der neunten Minute hatte der SC den zweiten hohen Ballgewinn durch Grifo. Wieder passte der auf Demirovic. Der übersah dieses Mal aber Höler, zog selbst ab, was Gikiewicz aber keine Probleme bereitete.

Es dauerte 19 Minuten bis Augsburg mal eine nennenswerte Offensivaktion durchbrachte. Es war eine versuchte Flanke, die Höler zur Ecke blockte.
Freiburg blieb aber noch überlegen. In der 22. Minute verlagerte Höfler auf Schmid, der scharf und flach in den Strafraum passte/ flankte und Grifo den Ball nicht richtig erwischte. Das hätte eine größere Chance sein können. Zwei Minuten später gab es das Dribbling von Grifo, bei dem er von Außen in den Strafraum eindringen wollte, aber von Gumny gefoult wurde, der dafür verwarnt wurde. Der Freistoß war aber eher ungefährlich. Ab der 30. Minute wurde Augsburg besser, konnte sich teilweise aus dem Pressing befreien und ins letzte Drittel vorstoßen. In der 33. Minute klärte Schlotterbeck eine Aktion von Niederlechner im Sechzehner. Eine Minute später verlor Höler einen Ball im Gegenpressing Augsburgs und Hahn konnte aus 18 Metern abschließen.

In der zweiten Halbzeit kontrollierte Augsburg für ein paar Minuten die Partie, ohne sich Chancen herauszuspielen. Dann kamen wieder Freiburger Aktionen.
In der 55. Minuten war Demirovic bei einem Konter leider zu langsam, wurde eingeholt und verlor den Ball.
In der 57. Minute hatte der SC eine kleinere Angriffsphase. Santamaria legte rechts raus auf Schmid, der zog nach innen und schoss mit seinem schwächeren linken Fuß auf das Tor.
In der 62. Minute gab es eine typische Hereingabe von Günter an die Kante des Strafraums zu Schmid. Der wollte auf Santamaria legen, doch der Pass geriet zu kurz.
Doch nur eine Minute später gelang das Führungstor. Höfler unterstützte (nach einem Einwurf?) die rechte Seite, dribbelte sich an die Grundlinie durch und flankte auf den langen Pfosten. Caligiuri verschätzte sich und sprang unter der Flanke durch. So konnte Grifo den Ball annehmen und an Gikiewicz vorbei ins Tor schießen.

In den 10 Minuten nach dem Führungstreffer, konnte der Sportclub Augsburg ganz gut vom eigenen Strafraum fernhalten und kam sogar zur nächsten Chance. Nach einem Einwurf gab Petersen den Ball auf Grifo, der erkannte, dass Höler hinter die aufgerückte Augsburger Kette startete und den Ball in den freien Raum legte. Höler kam unter Bedrängnis aber immerhin im Strafraum zum Abschluss und traf das Außennetz.
Nach dieser Chance begann eine kleinere Druckphase des Heimteams. Ein Kopfball von Hahn nach einer Halbfeldflanke war noch ungefährlich. Ein Distanzschuss von Caligiuri wurde abgefälscht. Nach einer Ecke kam Gregoritsch aus 10 Metern per Volley zum Abschluss, der vom eigenen Mitspieler über das Tor gelenkt wurde. Und dann kam es zum 1:1.:
Augsburg spielte um die Freiburger Formation herum, bis Richter auf der rechten Seite eine sehr starke Verlagerung (leicht verlängert von Santamaria) zu Vargas spielte, der dann vom Strafraumeck abzog. Schmid fälschte ab und der Ball landete im Torwarteck. Schmid war auch mit der Hand am Ball. Wäre der Schuss so im Toraus gelandet, hätte es wahrscheinlich Strafstoß gegeben.

In der Schlussphase kam der SC noch zu ein paar Standards und zu einem Abschluss von Schmid, so richtig gefährlich wurde es aber für kein Team mehr.

Fazit: Der SC Freiburg schaffte es, gegen Augsburg praktisch keine klare Chance zuzulassen, kassierte aber dennoch ein Tor. Defensiv war das mehr als ordentlich. Offensiv hatte man aber auch eher Halbchancen und nutzte seine einzige richtig gute Möglichkeit im Strafraum. Nach dem Spiel gegen Mainz ist ein leichtes Chancenplus gegen die gut aufgelegten Augsburger allerdings ein recht gutes Resultat.

2. Aufstellung

Nun zu der Frage, wie Freiburg es schaffte, so wenig Chancen zuzulassen und wie man versuchte, eigene Chancen herauszuspielen.
Im Vergleich zum Spiel gegen Mainz wurde das System und die personelle Besetzung verändert. Streich ließ im 3-4-3/ 5-4-1 spielen und brachte Schlotterbeck, Gulde, Demirovic und Höfler für Tempelmann, Sallai (Muskelverletzung), Petersen und Heintz.

  Grifo Demirovic Höler  
Günter Höfler   Santamaria Schmid
  Gulde Schlotterbeck Lienhart  
    Müller    


Physische Präsenz wurde in letzter Zeit von Streich häufiger zum Thema gemacht und das spiegelte sich auch in dieser Aufstellung wieder. Demirovic ist zwar nicht so Kopfballstark, aber er kann seinen Körper recht gut einsetzen und geht sehr intensiv in die Zweikämpfe. Schon sein Anlaufen wirkt von Außen recht aggressiv. Höfler hat im physischen Bereich Vorteile gegenüber Tempelmann und Gulde/ Schlotteberck geben da auch etwas mehr her als Sallai.

3. Pressing

Freiburg presste zu Beginn recht hoch und hatte auch ein paar Ballgewinne. Augsburg spielte im 4-4-2 mit eher eingerückten Flügelspielern. (Das erinnert an Leipzigs 4-2-2-2, in dem die Flügelspieler doch eher als äußere Zehner agieren.) Trotz der Viererkette Augsburgs passte das 3-4-3 ganz gut, da sich Strobl häufiger zum Aufbau in die Kette fallen ließ. Freiburg versuchte dann den Ball auf den Flügel zu lenken. Spielte Augsburg einen Außenverteidiger an, rückte der Freiburger Außenverteidiger weit vor und setzte ihn unter Druck, während alle anderen Mitspieler die Passwege zustellten. Im Prinzip war das die klassische Pressingfalle auf Außen. Daraus entstanden drei Chancen in der 4., 7. und 9. Minute (siehe oben).

Die ersten 30 Minuten gegen den Ball waren im Resultat ziemlich nahe am Optimum. Eigene hohe Ballgewinne führten zu Chancen. Zusätzlich war es aber kein „Chaospressing“, das zwar eigene Ballgewinne ermöglicht, aber alles öffnet, wenn der Gegner dann einmal durchkommt. Augsburg hatte in diesen ersten 30 Minuten wirklich Probleme in das Angriffsdrittel zu kommen und wurde zu Ballverlusten gezwungen.

Ab der 30. Minute hatten sie sich etwas besser darauf eingestellt, passten weniger zum Außenverteidiger, spielten schneller den langen Ball oder nahmen Gikiewicz mit. So kamen sie etwas häufiger ins Angriffsdrittel, aber kaum zu Chancen.

In der zweiten Halbzeit rückte Caligiuri auf die Außenverteidigerposition und Richter kam ins Spiel. Augsburg hatte nach der Pause etwas mehr Ballkontrolle. Aber erst ab der 70.-75. Minute kamen sie auch regelmäßiger zu Chancen. Freiburg musste sich etwas tiefer zurückziehen, ließ ein paar Abschlüsse zu, stand aber recht sicher in einem 5-4-1-Block. Dennoch kassierte man genau in dieser Phase den Gegentreffer. Die Schussposition von Vargas war trotz direkter scharfer Verlagerung weder besonders gut, noch mit freier Bahn zum Tor, was ja auch zum Treffer führte.

Das Spiel gegen den Ball funktionierte also insgesamt gut. Mit hohen Ballgewinnen und wenige zugelassenen Chancen sind im Prinzip die beiden Kriterien für ein gutes Defensivkonzept erfüllt. Augsburg hatte 10 Schüsse, nur 2 auf das Tor und 0,39 expected Goals. Das sah gegen Mainz wirklich anders aus.

4. Das Spiel mit dem Ball

Mit der Erfahrung aus dem letzten Spiel und dem Wissen um die Augsburger Umschaltstärke war auch das Spiel mit dem Ball mehr auf Sicherheit ausgelegt als zuvor. Meistens wurde mit der Dreierkette aufgebaut, obwohl Schlotterbeck situativ ins Mittelfeld vorrückte. Der erfolgreichste Weg nach vorne war – wie im letzten Kapitel angedeutet – tatsächlich der hohe Ballgewinn. Aus dem eigenen Aufbau heraus spielte man recht häufig lange Bälle und die kamen dann eher selten an. Die Ausnahme war Schlotterbeck, der in der zweiten Halbzeit etwas häufiger das flache Anspiel durch die Mitte riskierte und dabei auch keinen Fehler machte.

Nach tieferem Ballgewinn ging es häufig über Santamaria und Höfler, die einige gute Verlagerungen spielten.

Es tauchte aber auch das alte Problem auf, dass im letzten Drittel wenige Aktionen zu Abschlüssen führten. Positiv wäre Höler zu hervorzuheben, der in der Anfangsphase zwei gute Laufwege machte, einmal von Demirovic angespielt wurde und einmal nicht. Auch sein Tiefenlauf in der 74. Minute war ganz gut. Allerdings fallen solche Aktionen auch nur deswegen auf, weil es ansonsten kaum andere gab. Schmids Distanzschüsse waren eher ungefährlich, Günters Flanken an den Strafraumrand wurden selten gut weiterverarbeitet, Grifo hatte das Tor und ein paar öffnende Pässe im letzten Drittel, aber auch daraus entstand wenig.

Durch das 3-4-3 gab es in frühen Angriffsphasen recht wenig Präsenz im Strafraum, weswegen auch weniger Flanken gespielt wurden als in den Partien zuvor. Andere Wege in den Strafraum wurden aber auch nicht gefunden. Immerhin gab es einige Standards, was aber zum nächsten Problem führt. Hatte der Sportclub in den ersten Spielen noch ein paar Tore nach Ecken auf den kurzen Pfosten geschossen, gab es in den letzten Spielen nicht einmal größere Chancen nach Standards. Und das lag in diesem Spiel nicht mehr daran, dass die durchschnittliche Körpergröße und physische Durchsetzungsfähigkeit gefehlt hat.

5. Fazit und Einzelspieler

Der Sportclub brachte wieder die typischen Stärken der letzten Jahre auf den Platz: Guter Pressingplan, Laufstärke, disziplinierte Rückwärtsbewegung nach Ballverlust (eindrucksvolles Beispiel in der 32. Minute), hohe Ballgewinne und gute Zweikämpfe im Mittelfeld. Gegen den Ball sah das alles recht gut aus.
Mit dem Ball gab es ein paar Ansätze, aber wenig zu Ende gespielte Aktionen. Am ehesten fällt einem die Harmlosigkeit nach Standards auf.
Dennoch ist das Unentschieden ärgerlich. Man kann es eher den Spielen gegen werder und Wolfsburg zuordnen, in denen der SC leicht mehr Chancen hatte, als dem Spiel gegen Union, in dem es eher einen glücklichen Punkt gab. Nach dem Spiel gegen Mainz, geht die Entwicklung aber wieder in eine deutlich angenehmere Richtung. Der höhere Fokus auf Ballgewinne, sichere Verteidigung und vertikales Spiel ergibt in diesem Augenblick Sinn und konnte sofort auf den Rasen gebracht werden.

Nachdem Höfler einige unglückliche Spiele hatte und gegen Mainz zunächst auf der Bank Platz nehmen musste, stand er nun wieder in der Startelf und machte ein sehr gutes Spiel. Das Dribblling über Außen und die Flanke auf Grifo vor dessen Tor gehört weniger zu seinem Standardrepertoire, passte aber sehr gut zu seiner Leistung im Mittelfeld mit zwei abgefangenen Bällen und 4 von 6 angekommenen langen Pässen.

Santamaria hatte zwei Ballverluste am eigenen Strafraum, zeigte sonst aber eine gute Leistung, gerade im Umschaltspiel nach Ballgewinn.

Demirovic fügte sich gut ein, war etwas glücklos in den offensiven Aktionen, aber man konnte sehen, dass er ein richtiger Pressingstürmer in der ersten Reihe ist. Der hat schon Dynamik.

Es war erst ein Spiel und er fiel auch nicht durch die spektakulärsten Aktionen auf, aber Keven Schlotterbeck könnte wirklich der „Game-Changer“ in der Freiburger Saison werden – zumindest was die Defensive angeht. Die Dreierkette mit ihm als zentralem Innenverteidiger wirkte insgesamt deutlich sicherer. Und auch im Aufbauspiel machte er eine gute Figur. Es spricht einiges dafür, dass er auch im nächsten Spiel gegen Gladbach wieder auf dem Feld stehen wird.

 

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