Die neue wechselfreie Umstellung? (Gedanke zum ersten Testspiel)

1. Erstes Testspiel

Normalerweise sollte man dem ersten Testspiel der Saison nicht allzu viel Bedeutung zumessen. Das Team ist noch nicht lange gemeinsam im Training und es geht in dieser Phase der Vorbereitung eher darum, Fitness aufzubauen. Wenn man es sich dann doch anschaut, sieht man immerhin die Jugendspieler, die man sonst nur selten zu Gesicht bekommt. Man kann sie in einem Teamgefüge mit den Profis beobachten, was wahrscheinlich schon etwas aussagekräftiger ist als die Spiele in der Regionalliga.

Aber wie schon im Spodcast besprochen wurde, gab es dieses Mal durchaus auch taktisch eine Besonderheit. Streich ließ Freiburg im 4-3-3 spielen. Patricks Spekulation, Streich probiert diese Formation möglichst früh aus, damit man sie im Pokalspiel gegen eine wahrscheinlich defensiv agierende, klar unterlegene Mannschaft (Würzburg) einsetzen kann, wirkt plausibel.
Der spielerische Vorzug des Systems ist ähnlich wie im 4-1-4-1 die Dreiecksbildung auf den Außen. In der ersten Halbzeit rotierten Ezekwem, Grifo und Höler wild umher und hatten ein paar Kombinationen, während Kübler, Haberer und Furrer eher absicherten und mal Einzelaktionen (Dribblings, Schnittstellenpässe) starteten. In der zweiten Halbzeit war es symmetrischer. Weißhaupt, Sildilla und Schade auf der linken, Schmid, Santamaria und Burkhart auf der rechten Seite.

Im Pressing kann man beim 4-3-3 in der vordersten Reihe auf die Mechanismen vom 3-4-3 aufbauen.

Wie ebenfalls bereits im Spodcast erwähnt, wäre das System gegen eher defensivere Teams oder bei eigenem Rückstand durchaus interessant. Es betont die immer dominantere spielerische Komponente des Kaders.

2. Umstellung

Besonders interessant war aber eine Umstellung in der zweiten Halbzeit. Der offensive Teil des 4-3-3s sah folgendermaßen aus:

Schade   Demirovic   Burkhart
  Weißhaupt   Santamaria  
    Keitel    

In der Schlussphase stellte Streich auf ein 4-2-2 um, was einige Verschiebungen zur Folge hatte: Santamaria fiel zurück auf die Doppelsechs, Weißhaupt ging raus auf den Flügel, Schade rückte als zweiter Stürmer ein und Burkhart wurde vom Außenstürmer zum Flügel. Keitel bekam plötzlich einen Nebenspieler.

  Schade Demirovic  
Weißhaupt Keitel Santamaria Burkhart

 

Es fällt auf, dass einige Spieler zwar die Position wechseln mussten, aber prinzipiell jeder Spieler beiden Positionen gut besetzen konnte. Und das würde auch für verschiedene Spieler aus der gewohnten Startelf gelten.

Grifo   Demirovic   Sallai
  Jeong   Santamaria  
    Höfler    


lässt sich leicht zu einem

  Jeong Demirovic  
Grifo Höfler Santamaria Sallai

umformen. Mit Haberer, Keitel und Höler lassen sich ähnliche Umstellungen problemlos durchführen.

3. Neuer Kader – neue Umstellungen

Streich stellt gerne innerhalb des Spiels um. Vor zwei Saisons war dafür Robin Koch sein Schlüsselspieler. Er wurde in der Innenverteidigung oder im Zentrum eingesetzt. Aus einem 4-4-2 wurde schnell ein 3-4-3. Dafür mussten Frantz oder Haberer zusätzlich etwas verschoben werden.
Streich konnte also umstellen ohne zu wechseln. Nach dem Abgang von Koch ging das nicht mehr. Die Spekulation, dass Keven Schlotterbeck diese fluide Doppelrolle übernehmen würde, hat sich als falsch herausgestellt. Und auch Lienhart ist unter Streich sehr klar auf die Innenverteidigung festgelegt. Um es kurz zu machen: Defensiv ist der Kader nicht mehr ganz so variabel, wie er es mal war.

Dafür hat man nun offensiv langsam wieder einiges an Variabilität gewonnen, nachdem die Abgänge von Frantz, Gondorf und die lange Verletzung von Haberer in diesem Bereich leichte Probleme bereiteten. Haberer ist wieder da. Santamaria kann im zentralen Mittelfeld offensiver und defensiver spielen. Keitel ebenso. Sallai war beim SC schon „Neuneinhalber“, Außenstürmer und Flügelspieler. Jeong kann rechts, links, auf der Zehn oder Neuneinhalb spielen und auf der Acht wäre er wahrscheinlich auch nicht verkehrt. Grifo machte auf der Acht eine gute Figur im Testspiel, kann links offensiv also auch alles übernehmen und Höler wurde schon fast überall eingesetzt.

Das 4-3-3 könnte also die neue „wechselfreie Umstellungsvariante“ des 4-2-2 werden. Möchte man dann doch auf das 3-4-3 gehen, muss man eben bis zum ersten Wechsel warten oder doch stärker improvisieren.

4. Jugendspieler (kurze Notiz)

Weißhaupt ist ein ganz tolles Talent – Dribbelstark, aber mit Zug zum Tor.

Ezekwem und Sildillia wirken körperlich sehr reif.

 

Man könnte sich schon vorstellen, dass man einen dieser dreien oder auch Burkhart, Schade oder Furrer häufiger auf der Bank sehen wird. Es wäre aber auch sicher für alle nicht verkehrt noch ein Jahr Spielpraxis in der 3. Liga zu sammeln.

 

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