Vorschau: SC Freiburg - Mainz 05

1. FSV Mainz 05

Am Samstagnachmittag findet das Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 statt. Den Mainzern wird diese Saison etwas weniger Aufmerksamkeit geschenkt, was auch durchaus erklärbar ist. Nimmt man das Spiel gegen Gladbach heraus, dass 0:4 verloren wurde, haben sie nur wenige außergewöhnliche Ergebnisse abgeliefert. Partien des FSV Mainz 05 enden in dieser Saison knapp und sind sehr Torarm. Mit sieben geschossenen Toren sind sie auf Platz 16 der Tabelle, mit 11 kassierten Treffern (trotz 0:4 gegen Gladbach) liegen sie gemeinsam mit den Bayern auf Platz 2 hinter Leipzig.

Diese Ergebnisse passen nur so halb zu der bisherigen Spielweise. Mainz 05 ist keine reine Defensivmannschaft. Vielmehr zeichnet sich ihr Spiel durch eine klare Struktur aus. Sandro Schwarz scheint ein gutes Gespür dafür zu haben, seiner Mannschaft Aufgaben an die Hand zu geben, die sie auch lösen können. Umstellungen und Anpassungen an die Gegner finden zwar statt, sind aber wohlüberlegt und enthalten selten zu große Abweichungen vom eigenen Spielstil. Gegen Bremen ließ er das erste Mal in dieser Saison ein 4-4-2 mit Raute spielen, um das Mittelfeld mit Bargfrede, Klaassen und Eggestein zu kontrollieren. Auch auf den weiträumig agierenden Kruse war man damit vorbereitet. Für diese Formation ungewöhnlich kamen sie dann aber mit ihren Außenverteidigern doch häufig über die Flügel und schlugen insgesamt 16 Flanken. Der Plan ging auf und man gewann sehr verdient mit 2:1.

Das Image des farblosen Bundesligisten kann bisher mit einer guten strukturierten, aber keiner außergewöhnlichen Spielanlage und mit recht erfolgreichen, aber eben keinen herausragenden Ergebnissen erklärt werden. Das dürfte Freiburgfans aber auch nicht unbekannt sein. Allerdings gibt es in Mainz ein paar Spieler, die die Mannschaft dann eben doch interessant machen, wenn man etwas genauer hinschaut. Neuzugang Mateta ist ein wirklich guter Stürmer, bringt eine gewisse Physis mit, zeigte beim Tor gegen Bremen aber auch seine Handlungsschnelligkeit, als ein Ball durchrutschte, mit dem man eigentlich nicht rechnen konnte. Im offensiven Mittelfeld gehört Latza schon länger zu den unterschätzten Spielern der Liga. Das ist durchaus interessant, da er zu den Geheimtipps der Autoren von Spielverlagerung.de gehört und diese (Daniel Baier, Kramer, Rudy, usw.) erfahren meisten nach einer gewissen Zeit tatsächlich mehr Aufmerksamkeit. Latza ist bisher noch der unsung hero geblieben. (Hier das Spielerporträt zu seinen Bochumer Zeiten).
Absolutes Highlight des Mainzer Kaders ist aber Jean-Philippe Gbamin, der letztes Jahr noch häufig als Innenverteidiger eingesetzt wurde, am ehesten auf der Sechs spielt, momentan aber von Schwarz auch als Achter aufgestellt wird. Gbamins Fähigkeiten kann man aber auch tatsächlich überall gebrauchen. Zweikampfstärke, ein gutes Raumgefühl, Ballsicherheit und somit eine beeindruckende Präsenz machen diesen Spieler aus. Sein recht junges Alter (23 Jahre) merkt man ihm auf dem Platz wirklich nicht an. Es würde mich stark wundern, wenn er über die Saison hinaus noch bei Mainz spielt, da er dieser Mannschaft doch ein wenig entwachsen ist. Diesen Samstag wird er aber noch dabei sein und eine der größeren Aufgaben für das Freiburger Mittelfeld darstellen.

Fazit: Mainz 05 spielt bisher eine sehr ruhige Saison. Ihre Spielweise ist nicht unbedingt spektakulär, aber durchdacht, strukturiert und stabil. Ihre Stärke ist das Zentrum mit den Spielern Latza und Gbamin. Als Gegner des Sportclubs werden sie am Samstag höchstwahrscheinlich weder dominieren, noch sich auskontern lassen. Sie haben in vier Auswärtsspielen zwar erst einen Punkt geholt, doch gegen Schalke und Leverkusen nur mit 0:1 verloren.
Kleine Auffälligkeit: Sie schießen häufig aus der Distanz.

2. SC Freiburg

Für den Sportclub ist es eine etwas ungewohnte Situation. Das erste Mal in dieser Saison gibt es eine gewisse Erwartungshaltung für das Heimspiel gegen Mainz, einen Gegner auf Augenhöhe. Sicher auch aufgrund der letzten positiven Ergebnisse. In den letzten Acht spielen gab es nur eine Niederlage, obwohl mit Gladbach, München, Berlin oder Leverkusen entweder individuell klar überlegene oder sehr formstarke Gegner dabei waren.
Man sollte allerdings nicht vergessen, dass man mit Niederlechner und Petersen zwei Ausfälle kompensieren muss. Dabei geht es nicht einmal so sehr um die Torgefahr (nur 3 der 14 Tore kamen von ihnen), sondern vielmehr um das Anlaufverhalten der ersten Pressinglinie. Das letzte Heimspiel gegen Mainz, wurde durch die Ballgewinne von Petersen im letzten Drittel bestimmt, wovon einer sogar zum 1:0 führte. Das ist von Kleindienst, Waldschmidt, Höler und vielleicht auch Haberer noch nicht zu erwarten.
Zudem sind auch noch Gondorf, Kübler und Sallai fraglich. Das macht die Situation etwas komplizierter, aber nicht unlösbar.

Potenzielle Auftsellung:

------Kleindienst----Waldschmidt----
Haberer---------------------------Frantz
-------------Höfler----Koch--------------
Günter---------------------------Stenzel
---------Heintz------------Gulde--------
---------------Schwolow-----------------

3. Zurückhaltende Prognose

Das Spiel ist für beide Mannschaften sehr interessant, da sie eine recht ähnliche Entwicklung durchgemacht haben. Beide zeigten letzte Rückrunde teilweise schreckliche Leistungen und waren froh, dass sie am Ende der Saison nicht in die 2. Bundesliga mussten. In dieser Saison haben sie sich stabilisiert, ihr Spiel weiterentwickelt und ihre Kader sinnvoll verstärkt. Das inspiriert wahrscheinlich die Fans beider Mannschaften zu kleineren Rechenspielen. Mainz hätte mit einem Sieg 15, Freiburg sogar 16 Punkte nach elf Spieltagen, was einen sicher etwas entspannter in die letzten sechs Spieltage der Hinrunde gehen ließe.
Dabei ist ein Unentschieden, mit dem ebenfalls keiner der beiden so richtig unzufrieden sein dürfte, durchaus realistisch. Zumindest kann man mit einem sehr knappen und eher chancenarmen Spiel rechnen, das in der überregionalen Berichterstattung wohl etwas weniger Aufmerksamkeit erhalten wird.

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