FC Bayern München - SC Freiburg 1 : 1

Ich begrüße alle Leser, die das erste Mal vorbeischauen. Es geht hier größtenteils um die taktische Herangehensweise des SC Freiburg, aber der Klick-Magnet FC Bayern wird in diesem Artikel auch behandelt und bekommt unter 4. sogar einen eigenen Abschnitt. Viel Spaß!

1. Schlechte Voraussetzungen

Seit dem 10.05.1997 konnte der SC Freiburg in München keinen Punkt mehr holen. Insgesamt gab es bei 18 Duellen 16 Niederlagen und 2 Unentschieden. Die bisherigen Ergebnisse von Christian Streich in München waren: 0:1, 0:4, 0:2, 1:4, 0:5. Also eine Bilanz von null Punkten und 1:16 Toren in fünf Spielen. Die Rollen Favorit und Herausforderer konnten kaum klarer verteilt sein. Selbst im Podcast von Miasanrot (allgemeine Empfehlung) – eine Plattform, dessen Teilnehmer recht kritisch mit ihrer Mannschaft umgehen – machte man sich keine großen Sorgen, dass dieses Spiel nicht gewonnen werden würde. Obwohl die Leistungen des FC Bayern in letzter Zeit durchwachsen waren und mit Thiago und Coman zwei Schlüsselspieler verletzt sind. (Bei der Vorschau zum Spiel waren sich die Autoren allerdings uneins. Empfohlen wird hier auch ihre Spielanalyse zur Partie.)

Apropos Verletzungen: Die Außenseiterrolle des SC Freiburg wurde durch die vielen Ausfälle noch gesteigert. Petersen, Niederlechner, Sallai, Abrashi, Kübler und Gondorf, um nur diejenigen zu nennen, die potenziell im Kader/ in der Anfangsaufstellung gestanden hätten, konnten nicht spielen. Laut transfermarkt.de waren auch noch Waldschmidt und Gulde angeschlagen. Streich musste also ebenfalls personell ein wenig umdenken.

2. Die Aufstellungen

Kovac kompensierte den Ausfall von Thiago durch einen Löwschen Schachzug. Er stellte Kimmich als alleinigen Sechser auf und blieb damit bei seiner 4-3-3-/ 4-1-4-1-Formation:

-------------Lewandowksy-----------
Gnabry-----------------------Robben
-------Sanches---------James------
---------------Kimmich----------------
Alaba-------------------------Rafinha
----------Süle--------Boateng-------
----------------Neuer------------------

Streich blieb ebenfalls beim gewohnten System (4-4-2) und brachte im Sturm Kleindienst und Höler, anstatt den zu Saisonbeginn geplanten Doppelsturm Petersen und Niederlechner:

------Kleindienst-------Höler-------
Frantz----------------------Haberer
----------Koch----Höfler------------
Günter----------------------Stenzel
-----------Heintz-----Gulde--------
--------------Schwolow-------------

3. Spielanlage

Gegen den Ball stand Freiburg insgesamt recht tief. Man könnte sagen, sie agierten eher in einem 4-4-2-0. Höler und Kleindienst liefen nur selten intensiv die gegnerischen Innenverteidiger an, auch wenn diese sehr hoch standen. Sie orientierten sich nah an der eigenen zweiten Linie, stellten Passwege zu und kümmerten sich größtenteils um Kimmich. Eine kleine Zusatzaufgabe bestand darin, ein Auge auf die Außenverteidiger der Bayern zu werfen, die beim hohen Spielaufbau zunächst ins Zentrum einrückten und erst im Laufe des Angriffs die Flügel unterstützten. Koch und Höfler deckten die Achter ab. Außenverteidiger und (defensiv agierende) offensive Außen sicherten die Seiten. Die Art der Verteidigung war deutlich zu erkennen. Man rückte an den Gegenspieler raus, ging aber nicht von sich aus in den Zweikampf, damit man nicht ausgedribbelt werden konnte. Diese Art der Verteidigung hatte schon Gladbach sehr erfolgreich gegen Bayern angewandt. Freiburg beging somit nur 11 Fouls und bekam nur eine gelbe Karte. Diese resultierte nicht aus einem harten Foul, sondern es kassierte sie Schwolow aufgrund der Verzögerung eines Abstoßes.

Zusammengefasst: Freiburg verteidigte tief mit einem massiven, vertikal eng stehenden 4-4-2-0-Block. Durchgehende Dynamik erhielt die Angelegenheit mit kurzen Rausrückbewegungen auf den Ballführenden Spieler und sofortigem Wiedereinrücken nach dem Pass. Der Sportclub verwickelte die Bayern aber nicht in unzählige aufreibende Zweikämpfe, sondern stellte den Gegenspieler, um ihm die Möglichkeit zu nehmen aufzudrehen oder vertikale Pässe zu spielen. Man war also mehr auf das Verhindern als auf das Zerstören des Bayrischen Spiels aus.

Im eigenen Ballbesitz (28%) versuchte der Sportclub den ungezielten langen Schlag möglichst zu vermeiden. Das funktionierte häufig, wenn auch nicht immer. Man könnte meinen, dass man mit Kleindienst eigentlich jemanden auf dem Feld hatte, der einzelne Kopfballduelle gewinnen könnte und dennoch wäre diese Herangehensweise in diesem Fall unpassend gewesen. Denn das Mittelfeld rückte nicht weit genug auf, um mögliche zweite Bälle zu gewinnen. Kleindienst wäre also fast immer gegen Kimmich, Süle und Boateng auf sich alleine gestellt gewesen. (Falls es dann doch zum langen Ball kam, machte es Kleindienst aber relativ gut.) Zudem war das Gegenpressing der Bayern ohnehin nicht besonders effektiv, wodurch Freiburg tatsächlich hin und wieder spielerisch ins letzte Drittel kommen konnte. Im Verhältnis zum Ballbesitz insgesamt sogar nicht ganz so selten, wie man es Auswärts in München erwartet hätte.

So hatte der Sportclub immer mal wieder für ein paar Minuten Zugriff auf das Spiel, konnte den Ball halten und sorgte damit für Entlastung der Abwehr. Dies war zwischen der 15. und 22. Minute, der 49. und 55. Minute und besonders nach dem Rückstand zwischen der 80. und 89. Minute der Fall. Der spielerische Ansatz wird statistisch auch daran deutlich, dass Höfler (und nicht Schwolow, Heintz oder Gulde) die meisten Pässe im Spiel hatte. Auch die Passquote der Freiburger insgesamt war mit 72% zwar nicht unbedingt gut, aber wieder im Verhältnis zum niedrigen Ballbesitz ganz okay.

4. Bayerns Probleme

Es folgt ein kleiner Abschnitt, der einzelne Probleme des Gegners in diesem Spiel anreißt, die von einigen Medien gerne als „Bayern-Krise“ zusammengefasst werden. In den sozialen Medien gehen einige sogar noch weiter und für diejenigen hätte ich diesen Abschnitt vielleicht anders überschreiben sollen: „Lesen sie hier: Warum der FC Bayern so scheiße spielt, warum die Spieler nichts können und der Trainer alles falsch macht!“

Um zunächst das Positive hervorzuheben. Der FC Bayern hat immer noch ein dominantes Postionsspiel und kann sich einigermaßen mühelos aus einem Angriffspressing befreien. Das hat meistens die Folge, dass Gegner erst gar nicht versuchen ganz vorne anzulaufen. Gerade mit den einrückenden Außenverteidigern tragen die Bayern den Ball kontrolliert in die gegnerische Hälfte und drängen den Gegner bis an den Strafraum. Hier beginnen dann die aktuellen Probleme des Rekordmeisters. Es scheint momentan keinen klaren Plan zu geben, wie man hinter eine eng stehende Abwehr kommt. In diesem Spiel gab es manchmal kleinere kombinative Ansätze, wie man sie gegenwärtig in Dortmund (in den Spielen mit Götze als Stürmer) sieht. Die Flügel spielen einen Achter an der Strafraumkante an, sprinten auf den Spieler zu, welcher eine Ablage spielt, und versuchen dann mit Tempo in Richtung Tor zu kommen. Das konnte Freiburg aber fast immer schon im Ansatz verhindern.
Der typische Bayern-Plan – mit Verlagerungen Platz auf dem Flügel zu schaffen, um Gnabry, Robben, Coman oder Ribéry dann in ein 1-gegen-1- oder 1-gegen-2-Duell zu schicken – funktioniert schon länger nicht mehr. Das hat vor allem etwas mit den alternden Flügelspielern und der Verletzung von Coman zu tun. Gnabry ist nicht explosiv genug für diese Aktionen. Mit insgesamt sieben erfolgreichen Dribblings, waren es sogar zwei weniger, als der SC Freiburg hatte. Die Bayrische Ideenlosigkeit in diesem Spiel wurde dann besonders dadurch deutlich, dass sie irgendwann anfingen aus statischen Situationen heraus Halbfeldflanken zu schlagen, ohne dass der Strafraum gut besetzt wurde. Von den insgesamt 18 Flanken kamen nur 3 an.

(Einschub: Von 10 Freiburger Flanken kamen 5 an. Das hat damit zu tun, dass sie aus dynamischen Bewegungen der ganzen Mannschaft bei Umschaltaktionen geschlagen wurden. Auch das non plus ultra der Bundesliga in Sachen Flanken – FC Augsburg! – nutzt dieses Mittel eher bei schnellen Läufen über die Außen, verzichtet aber meistens darauf, wenn der Gegner bereits in der Ordnung am eigenen Sechzehner steht.)

Und für die Chip-Bälle in den Strafraum, die James (und Thiago) im Repertoire haben, fehlte es an Läufen in den Strafraum. Teilweise versuchte man sich an Distanzschüssen. Vielleicht hatten die Bayern dabei das letzte Spiel in Freiburg im Kopf, in dem Tolisso auf diese Weise erfolgreich war und eine sehr gut Anfangsphase des Sportclubs beendete. Gefährlich wurde es am Samstag meistens dann, wenn Freiburg den Ball in der Vorwärtsbewegung verlor und die Münchner etwas Platz vor sich hatten, was aber nicht häufig passierte.
Tief stehende Abwehrreihen zu knacken ist nicht leicht, aber eigentlich die Hauptaufgabe des FC Bayern.

Das größte Problem sehe ich allerdings im Verhalten beim Spiel gegen den Ball. Das Pressing insgesamt wirkt nicht abgestimmt. Die Innenverteidiger werden teilweise angelaufen, aber die Achter stellen den Sechser nicht zu. Dass Höfler die meisten Pässe spielte, lag auch daran, dass er so viel Raum und Zeit hatte, wie gegen wenig andere Gegner. Etwas besser sieht es dann aus, wenn sich die Münchner wirklich zurückziehen und aus einer Ordnung heraus den Ball erobern wollen. Dies bringt auch den Vorteil mit, dass sie mit diesen Balleroberungen die eigentliche Stärke von Gnabry – Umschaltspiel/ Tempodribbling mit etwas Raum – besser in Szene setzen können. Doch wie gesagt, das kommt bei so einem dominanten Spiel nur selten vor.

Besonders deutlich wird die fehlende Abstimmung im Gegenpressing. Erinnert man sich an das Auswärtsspiel letzte Saison (Heynckes Wiederkehr), war das noch eine große Stärke. Eine missglückte Umschaltsituation von Kent, die zu einem Gegentor führte, bleibt da in Erinnerung, aber auch ein Ballverlust von Söyüncü, der von Müller ausgenutzt wurde. Das größtenteils fehlende Gegenpressing scheint einige Probleme der Bayern zu verschärfen. Es wäre durchaus eine Lösung für die fehlenden Torchancen, auf den Moment zu setzen, in dem der Gegner den Ball gewinnt, in die Vorwärtsbewegung geht und bei einem potenziellen Ballverlust nicht in der Ordnung steht. Es gibt aber noch einen weiteren Effekt.
Gegen starke Pressingmannschaften hat Freiburg (wie andere durchschnittlich Bundesligateams auch) große Probleme, da die Momente auf die man hinarbeitet – Balleroberung! – gleichzeitig die heikelsten Momente im Spiel werden. Durch die Angst den Ball gleich wieder zu verlieren, geht man gar nicht erst mit vier bis fünf Spielern in die Umschaltbewegung, sondern versucht den Ball irgendwie zu sichern oder in ungefährliche Räume zu bringen, meisten mit einem hastig gespielten langen Pass, der nur selten ankommt. Dies war hauptsächlich das Problem gegen Leipzig, Dortmund und die Bayern unter Guardiola oder Heynckes. Gegen Leipzig und Dortmund trauen sich wenige durch das Zentrum zu spielen. Gegen den FC Bayern kann man das momentan schon mal machen.

Abschießend scheint der Rekordmeister auch seine traditionelle Schwäche bei Standards zu konservieren. Von 14 Ecken wurde keine gefährlich. Vielleicht war die Idee Guardiolas, Ecken einfach nur kurz auszuführen und dann weiterzuspielen, doch gar nicht so schlecht.

5. Heikle Situationen

Um aber nicht den Eindruck entstehen zu lassen, der SC Freiburg hätte die Bayern dominiert, sollte man schon erwähnen, dass der Sportclub auch einige Situationen überstehen musste. In der 26. Minute lief Lewandowsky frei auf Schwolow zu, wählte aber unpassend zu seiner Körperstellung den rechten Fuß für den Abschluss und schoss den Freiburger Torhüter aus kürzester Entfernung an. Nur acht Minuten später köpfte James auf den eingelaufenen Robben in den Strafraum, der per sehenswertem Seitfallzieher wieder an Schwolow scheiterte, der wiederum den Ball seitlich nach vorne zwischen Lewandowsky und Gnabry abwehrte, wo Frantz in letzter Sekunde klären konnte. Kurz nach der Pause gab es eine Hereingabe von Alaba auf James, der recht unbedrängt war, den Ball aber nicht richtig traf. Hinzu kamen noch einige Distanzschüsse, von denen Elf geblockt wurden, aber keiner unangenehm für Schwolow abgefälscht wurde und zwei Situationen, in denen es zu einem Strafstoß hätte kommen können. Zunächst zog Gulde die Hand nicht schnell genug vom Ball weg und etwas später stellte Terrazzino Ribéry ein Bein. (Das Duell Frantz gegen Gnabry kann man ausklammern.) Wahrscheinlich gehören beide Schiedsrichterentscheidungen in einen Bereich, in dem der VAR weder empfehlen würde, einen gegebenen Strafstoß zurückzunehmen, noch einen nicht gegebenen Strafstoß zu geben.

Auf der anderen Seite hatte Freiburg nur einen Schuss auf das Tor und verlängert damit eine kuriose Statistik: Die letzten acht Schüsse auf das Tor der Bayern führten alle zu einem Treffer. Abgesehen davon kann man festhalten, dass der Sportclub zwar ein paar Szenen im Angriffsdrittel hatte, diese aber praktisch nicht zu gefährlichen Chancen führten. Die expected-Goal-Statistik ist zwar nicht so deutlich, wie man sie vor dem Spiel erwartet hatte, fällt aber dennoch zugunsten der Bayern aus: 1,85:0,58.

6. Das Gegentor

Im Laufe der zweiten Halbzeit, noch beim Stande von 0:0, wurde Freiburg nicht etwa defensiver, sondern im Gegenteil tendenziell etwas mutiger. In Ballbesitz rückte Günter häufig mit auf und die beiden Flügelspieler schalteten sich noch regelmäßiger in die kurzen Angriffssequenzen der Freiburger ein. Auch im Spiel gegen den Ball ging man in einzelnen Situationen mehr ins Risiko als vor der Pause. Dies gehört auch zur Geschichte des Gegentors:

Ribéry und Sanches trugen den Ball nach vorne, wobei dieser an die Hacken des jungen Dreadlockträgers sprang, was den Lauf unterbrach. Daraufhin verlagerte Ribéry zu Rafinha, der sich dann den Ball mit der Brust eigentlich zu weit vorlegte. Das veranlasste Haberer dazu, in einen Zweikampf zu gehen, doch Rafinha war vor ihm am Ball und damit auch an ihm vorbei. Das führte in eine unangenehme Situation, hatten die Freiburger doch vorher auf den Außen immer ein 2-gegen-2 herstellen können und dazu noch einen Sechser und einen Innenverteidiger als Absicherung parat gehabt. Rafinha lief seitlich durch und zog damit Günter weg, Müller bewegte sich in den Strafraum und nahm damit Heintz aus dem Spiel. Höfler war also im 1-gegen-1-Duell mit Gnabry, der schnell und frontal auf ihn zulief. Höfler stellte sich seitlich zum Angreifer, blockierte damit den Schuss ins lange Eck und machte sich bereit dafür mitzugehen, wenn Gnabry an ihm vorbeiziehen wollen würde. Da Schwolow aber das kurze Eck ein bisschen zu weit geöffnet hatte, konnte Gnabry einfach abschließen und traf.

Für sich genommen war keine der Entscheidungen der Freiburger klar falsch. Haberer hatte durchaus eine Chance an den Ball zu kommen, Höfler hätte mit einem versuchten Zweikampf riskiert, dass Gnabry an ihm vorbeigezogen wäre oder es einen Strafstoß gegeben hätte. Schwolow hätte den Ball wahrscheinlich auch nicht gehalten, wenn er einen Schritt weiter links gestanden wäre, hatte so aber die Möglichkeit bei einem potenziellen Abspiel von Gnabry mitzugehen. Auch Günter hätte Rafinha auf den Außen frei lassen können, um Höfler zu unterstützen oder Heintz hätte Müller übergeben können und für Höfler absichern. In der Summe führten die getroffenen Entscheidungen dann zu einem relativ einfachen Treffer, bei dem Gnabry eben keinen Hacken schlug, keine präzise Ablage spielte, nicht Rafinha in Szene setzte, sondern einfach nur einen Schritt zur Seite machte und den Ball ins kurze Eck schoss. Das war schon ein bisschen unglücklich.

7. Die Reaktion

Danach kam es aber aus Freiburger Perspektive zum Highlight des Spiels, das aber nicht nur auf den Treffer von Höler reduziert werden kann, sondern die ganze Reaktion auf den Rückstand umfasst. Der SC Freiburg setzte nicht auf die Brechstange, sondern versuchte in den verbleibenden zehn Minuten spielerische Lösungen gegen den Rekordmeister zu finden. Die Einwechslung von Waldschmidt für Kleindienst und die Umstellung auf ein offensives 3-4-3 waren klare Signale von der Bank, nicht auf den langen Ball zu gehen, sondern wirklich zu spielen:

---Haberer-----Höler---Waldschmidt---
Günter---Höfler---Koch---Terrazzino--
---Heintz------Gulde-------Stenzel------
------------------Schwolow-----------------

Wie schon Cottbus, Stuttgart und für kurze Zeit Augsburg, schienen auch die Bayern mit diesen Positionierungen nicht so richtig klarzukommen und Freiburg zeigte zwischen der 83. und 89. Minute einige gute Ansätze:

83. Minute: Heintz kann Günter schicken, verpasst den Zeitpunkt zum Abspiel.
84. Minute: Freiburg presst hoch und Höfler nimmt Kimmich im Münchner Drittel den Ball ab. Das anschließende 3-gegen-3 wird leider nicht gut ausgespielt und Höflers Schuss geblockt.
85. Minute: Bayern hat etwas Platz, rückt aber nicht richtig vor. Ribérys Distanzschuss ist ungefährlich. (Einzige Münchner Chance nach der offensiven Umstellung).
86. Minute: Ballgewinn im Mittelfeld und schnelles Umschalten mit Günter, welcher Rafinha tunnelt, in den Strafraum kommt, seine Ablage auf Waldschmidt aber von Kimmich abgefangen wird.
87. Minute: Stillstand an der Außenlinie mit zwei Einwürfen für Freiburg und einen für den FC Bayern.
88. Minute: Bayern rückt in Ballbesitz vor, Freiburg läuft aggressiv an und drängt sie zurück. Auch Neuer wird angelaufen, dessen langer Schlag bei Günter landet, aber von Bayern zurückerobert wird. Der nächste lange Pass auf die andere Seite wird von Stenzel abgefangen, der ein bisschen Platz hat, aber dann gestellt wird. Gemeinsam mit Koch und Terrazzino bleibt er in Ballbesitz und kann das Spiel auf Heintz verlagern. Dieser spielt dann auf Günter und Günter bringt die Hereingabe auf Höler, welcher zum Ausgleich trifft.

Noch zwei Details zum Ausgleich:

1. Bei Günters Flanke waren zwei Freiburger gegen drei Bayern im Strafraum und im zentralen und rechten Rückraum waren es sogar drei Freiburger gegen zwei Bayernspieler.
2. Schon beim Abseitstor viel auf, dass Günter seine Hereingaben scharf hinter die Bayrische Verteidigung spielte, da diese eben meist recht hoch steht, um die gegnerischen Stürmer ins Abseits zu stellen. Diese Variante schien einstudiert zu sein. Die Stürmer liefen regelmäßig energisch durch, hatten also offensichtlich auf diesen Ball gewartet.

Nach dem Ausgleich sah man Streich auf dem Feld, wie er sichtlich erregt „Ruhig!“ brüllte, damit aber wahrscheinlich eher sich selbst beruhigen wollte. Vielleicht auch, um sich daran zu erinnern, dass man in den fünf Minuten Nachspielzeit durchaus noch verlieren kann. Streich blieb dann aber auch ruhig, reagierte sofort, brachte Lienhart für Höler und stellte ein letztes Mal die Formation um: 5-4-1. Haberer hatte dann sogar noch ein sehr schönes Dribbling, konnte Waldschmidt bedienen, der aber von Süle umgerempelt wurde. Am Ende blieb es beim 1:1!

8. Fazit

Es war ein sehr schöner Samstagnachmittag!

Meine Verknüpfungen auf der Seite funktionieren nicht mehr, also:
Twitter (aktiver): https://twitter.com/ZerstreuungFuss
Facebook (weniger aktiv, aber ich antworte): https://www.facebook.com/Zerstreuung-Fu%C3%9Fball-1433537750068912
Ich bitte immer noch um Entschuldigung für dieses scheußliche Hintergrundbild. Ich arbeite daran, wenn sich die Prioritäten verschieben.

Kommentare

Steffen (nicht überprüft)

Sehr schöne Analyse wieder! =)
Zwei weitere interessante Zahlen, die dieses Spiel geboren hat:

Zweikampfquote Gulde: 100%
Zweikampfquote Heintz: 100%

Zweikampfquote Kimmich: 27%
Zweikampfquote Lewandowski: 17%

Neuen Kommentar schreiben

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.
Bild-CAPTCHA
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.