FSV Mainz 05 - SC Freiburg 2 : 0

Liebe Leser,

ich gehe das heute etwas subjektiver an. Obwohl es gerade erst kurz nach dem Abpfiff ist, bemühe ich mich um ein sachliches Bild des Spiels. Entschuldigt zusätzlich noch mehr Rechtschreib- und Grammatikfehler als sonst und eine etwas wirre Struktur.

1. Probleme der Rückrunde

In den letzten Wochen wurden die Offensivprobleme des Sportclubs immer deutlicher. Zum Beginn der Hinrunde gab es schon einige recht untypische Veränderungen im Freiburger Spiel. Es wurde größtenteils auf ein konstruktives, flaches Aufbauspiel verzichtet und teilweise über ganze Spiele nur auf Pressing und den langen Ball gesetzt. Das ließ sich zu diesem Zeitpunkt noch recht gut erklären. Die Gegner hießen Frankfurt, Dortmund, Leipzig, Leverkusen, usw. Ravet, Höfler Frantz und Niederlechner waren verletzt und die Standards waren noch sehr effektiv. Dadurch konnte man in diesen Spielen sogar deutlich mehr Punkte einfahren, als vorher angenommen.

Allerdings entwickelte diese Spielweise eine gewisse Eigendynamik. In diesen Spielen hatten die Offensivspieler immer weniger gute Szenen und die so häufig zitierten Erfolgserlebnisse blieben aus. Die Scorerpunkte aller Spieler – Petersen ausgenommen – sind deutlich unter den Erwartungen. Gegen Bremen und Hoffenheim waren die Punkte mehr als glücklich, da man praktisch keine Chancen aus dem Spiel heraus kreieren konnte und auf die Ungeschicklichkeit der gegnerischen Verteidigung angewiesen war.

Trotzdem konnte man bis zu diesem Spiel gegen Mainz die Offensivprobleme recht gut mit einer mangelnden Qualität der vorhandenen Spieler durch Formtiefen und Verletzungen erklären. Der aufmerksame Beobachter erkannte, dass das Pressing meisten aktiv und offensiv war, der Spielaufbau seit der Rückkehr von Höfler verhältnismäßig ambitioniert ausgeführt wurde und gerade die Außenverteidiger immer wieder mit aufrückten. Die Spielanlage war zumindest keine Spielverweigerung, aber es reichte eben nicht, eine gut organisierte Abwehr eines Bundesligisten erfolgreich zu bespielen.

2. Wendepunkt in Mainz?

Ob das Spiel gegen Mainz wirklich ein Wendepunkt in der Saison war, wird sich noch zeigen. Allerdings gab es eine prinzipielle Veränderung, die man nicht unbedingt vorhersehen konnte. Schon die Aufstellung war ein erster Hinweis darauf, was sich in der ersten Halbzeit abspielen sollte.

-----------Petersen---------
---Höler--------Haberer---
-------Koch---Höfler------
Günter-------------Stenzel
-Kempf-Gulde-Söyüncü-
---------Schwolow---------

Zwar spielte der Sportclub häufiger mit einer Fünferkette, aber entweder ging es dann gegen Gegner wie Bayern, Dortmund und Leipzig, oder es war die taktische Spiegelung des Gegners, der auch mit einer Dreierkette spielte. Mainz hingegen agierte im 4-3-3. Das Freiburger 5-2-3 ergab also auf dem Papier eine Unterzahl im Mittelfeld, falls man wirklich mit Haberer, Höler und Petersen vorne pressen würde.

Nach Anpfiff zeigte sich aber, dass Freiburg gar nicht das übliche intensive Pressing aufzog. Die vorderste Reihe blieb immer auf Höhe der Mainzer Mittelfeldspieler (meistens Gbamin) und die Innenverteidiger wurden prinzipiell in Ruhe gelassen. Ich würde fast soweit gehen, dass man da nicht mehr richtig von Pressing sprechen kann, sondern von einer organisierten Defensivformation, die den Passweg ins Mittelfeld versperrt und auf Abspielfehler des Gegners hofft. Interessanterweise schien es sogar fünf Minuten so, als ob dieser Plan aufgehen könnte. Ohne Druck spielten die Mainzer Fehlpässe. Auf der anderen Seite griff aber auch Freiburg sofort auf das Mittel des langen Balls zurück und hoffte darauf, dass sich drei Angreifer gegen fünf oder sechs Mainzer durchsetzen würden. Die Anfangsphase dieses Spiels war an Nervosität und offensiver Strukturlosigkeit schwer zu überbieten.

Doch mit der Zeit gelang den Mainzern ein bisschen mehr mit dem Ball. Zwar führte dies nur zu wenigen Torchancen, aber der Sportclub zog sich immer häufiger im 5-4-1 an den eigenen Strafraum zurück. Dadurch wurden die Wege zum Kontern zu weit für die formschwache Freiburger Offensive. Somit war der Mainzer Führungstreffer vielleicht kurios, aber passte durchaus zum Verlauf der ersten Halbzeit.

3. Kurioser Strafstoßpfiff

Kurz vor Ende der ersten Halbzeit kam es zu einer kniffligen Szene für den Schiedsrichter. Bei einem scharfen Querpass im Freiburger Strafraum traf der Ball aus kurzer Distanz die Hand von Kempf. Winkmann hatte diese Situation vollkommen übersehen und pfiff kurz danach die erste Halbzeit ab. Während die Spieler schon auf dem Gang in die Kabine waren, bekam der Schiedsrichter wohl ein Signal der Videoassistentin. Er schaute sich die Szene selber nochmal an, entschied den Strafstoß zu geben und holte die Spieler zurück auf das Feld. De Blasis verwandelte den Elfmeter.

Die Entscheidung war korrekt. Kempfs Arm war weit ausgestreckt und er hatte die Augen auf den Ball gerichtet. Zwar zog er die Hand beim Schuss noch leicht zurück, aber da war es schon zu spät. Sich mit ausgestreckten Armen einer Hereingabe entgegenzustellen, ist strafbares Handspiel.

Der Ablauf war aber deshalb so unglücklich, weil die Spieler schon in der Kabine waren, während sich Winkmann die Szene nochmal anschaute. Es wäre wahrscheinlich besser gewesen, die Mannschaften zum frühest möglichen Zeitpunkt zurückzuholen, damit sie sich auf die Situation hätten einstellen können. Andererseits muss man sagen, dass eine solche Situation auch für einen Schiedsrichter äußerst ungewöhnlich ist.

4. Zweite Halbzeit

So zurückhaltend die erste Halbzeit von Freiburg begonnen wurde, so kopflos offensiv kamen die Spieler aus der Kabine. Streich brachte Kleindienst für Kempf und stellte auf ein 4-4-2 um. Auf geplanten Spielaufbau wurde aber weiterhin verzichtet. Der Ball wurde direkt in Richtung Stürmer gebolzt. In der 60. Minute setzte Gulde zu einem Dribbling am gegnerischen Strafraum an. Torchancen entstanden daraus allerdings nicht. Die Mainzer konnten ihre Konter allerdings ebenfalls nicht gut ausspielen. Schon zu Beginn der ersten Halbzeit die Brechstange auszupacken, war aber fast so kurios wie das Ende der ersten Halbzeit.

Erst ab der 65. Minute versuchte der Sportclub wieder zumindest die Außenverteidiger in Positionen zu bringen, von denen man immerhin eine gezielte Halbfeldflanke treten konnte. Das Aufbauspiel wurde etwas strukturierter und man konnte wieder den Sportclub der Rückrunde erkennen: bemüht aber erfolglos. Es war zwar keine gute, aber die beste Phase, seit der 5. Minute.

Leider kam dann der Abspielfehler von Schwolow in der 79. Minute, der zum 2:0 führte. Schlussendlich eine verdiente Niederlage des SC Freiburg, der nun endgültig im Abstiegskampf angekommen ist.

5. Einordnung

Die Pressekonferenz ist noch nicht online, aber folgendes Zitat von Streich wurde schon auf Twitter veröffentlicht: „Wir wollten nicht in den offenen Schlagabtausch, haben defensiver begonnen, weil Koch und Höfler die Woche über nicht trainieren konnten.“
Eine Bewertung von Entscheidungen des Trainers sind von Außen immer sehr kompliziert. Ob man trotz der nicht ganz fitten Spieler Koch und Höfler ein aktives Pressing hätte spielen können, ohne damit ein übergroßes Risiko einzugehen, ist für einen Beobachter nur schwer zu entscheiden.

Obwohl man relativ gut ins Spiel hereinkam, zog sich der Sportclub immer weiter zurück. Sicherlich war das auch eine Reaktion auf die vielen Rückstände der letzten Spiele, aber so bekam man als Zuschauer das Gefühl, dass Freiburg eigentlich nur auf das Mainzer Führungstor warten würde.

Für diesen Plan (passives Pressing, lange Bälle nach vorne, wo die Angreifer in deutlicher Unterzahl sind) sprach:

- Man möchte nicht schon wieder früh in Rückstand geraten.
- Höfler ist nicht fit genug, das Spiel halbwegs fehlerfrei zu ordnen.
- Mit einer Unterzahl im Mittelfeld kann die vorderste Pressingreihe nicht so offensiv spielen, da es immer eine freie Anspielstation gibt.
- Die Hoffnung einen Standard zu bekommen.
- Einen Unentschieden würde in dieser Situation reichen.
- Die Mainzer würden irgendwann mehr Risiko gehen, Räume offenbaren, die Freiburger Konter ermöglichen.
- Und zum Schluss: die Mainzer bekommen ohnehin nichts auf die Reihe.

Trotzdem bleibt, dass die Spielanlage erschreckend passiv und damit ein absolutes Novum in der Ära Streich war. Vielleicht gab es solche Phasen mal innerhalb eines Spieles, aber dass der SC Freiburg mit dem Plan in ein Spiel geht, passiv zu agieren, widerspricht tatsächlich der Spielidee der letzten Jahre und ist auch nicht besonders erfolgversprechend. Die Anpassungen von Streich seit dem Abstieg (langer Ball, Dreierkette) waren zumeist nachvollziehbar und eher eine Erweiterung seiner Idee von Fußball. Das Spiel gegen Mainz war allerdings weit mehr als eine Modifizierung. Nur wirklich bewerten, ob die Umstände (Trainingseindrücke, wie geht es den Spielern?) das Trainerteam dazu zwangen oder nicht, möchte ich nicht. Schön sah es aber wirklich nicht aus.

Kommentare

Steffen (nicht überprüft)

Etwas was mich an der Strafstoßentscheidung weit mehr gestört hat als der zeitliche Ablauf ist, dass er aufzeigt wie absurd die Auslegung der Handspielregel ist:

Das Argument in diesem Moment auf strafbares Handspiel zu entscheiden bildet sich aus der absichtlich vergrößerten Körperfläche, also der "unnatürlichen" Arm- bzw. Handhaltung von Kempf. Wenn man in den Wiederholungen aber nicht auf Kempf, sondern auf die anderen Spieler achtet, sieht man, dass ALLE Verteidiger (sogar einer der Stürmer) exakt die gleiche Armbewegung im gleichen Moment machen! Kempfs Armbewegung war also absolut natürlich.

Das zusammen mit der Bewegung der Hand WEG vom Ball spricht gegen ein absichtliches Handspiel. Da Absicht aber vorhanden sein muss bei einem strafbaren Handspiel liegt ein solches, meiner Meinung nach, hier nicht vor.

Wäre ein in dieser Situation seitlich am Körper angelegter Arm nicht die viel unnatürlichere Haltung?

Autor

Witzig, dass Du das ansprichst. Natürlich.

Ich erinnere mich da an eine ältere Folge des Podcasts von Collinas Erben, die darin ebenfalls den Begriff der "natürliche Handhaltung" aufs Korn genommen hatten. Das Beispiel war, dass wenn ein Ball mit hoher Geschwindigkeit auf mein Gesicht zufliegt, es doch das natürlichste der Welt sei, die Hand schützend davor zu halten. Da es die sogenannte Schutzhand aber nicht (mehr?) gibt, würde dies als unnatürlich und somit als Handspiel bewertet. Besser würde die Bezeichnung "fußballtypische Bewegung" passen. Obwohl das Verschränken der Arme hinter dem Rücken, was man bei Spielern in den letzten Jahren beobachten kann, sicherlich auch nicht fußballtypisch ist.

Ich verstehe Dich jetzt so, dass Du nicht unbedingt Zweifel an dieser Entscheidung hast, sondern allgemeiner das Regelwerk hinterfragst: Das Handspiel zu definieren ist natürlich schwierig. Zwar wird in den Regeln von Absicht gesprochen, aber diese muss ja anhand von objektiven, für den Schiedsrichter beobachtbaren Kriterien definiert werden. Allerdings so deutlich, dass der Schiedsrichter innerhalb eines Augenblicks (und in diesem Fall die Viedeoassistentin innerhalb von 15 Sekunden) entscheiden kann, ob es ein Handspiel war oder nicht. Zudem muss die Definition verhindern, dass es einerseits für Stürmer möglich ist, absichtlich ein Handspiel zu provozieren, in dem die Hand des Verteidigers gezielt anschießt (jede Berührung ist Handspiel) und andererseits die Verteidiger sich nicht mit vorher ausgestreckten Armen in den Schuss werfen dürfen (nur offensichtlichste Absicht ist Handspiel). Heraus kommt ein Kriterienkatalog, der sich in der Praxis manchmal auch widerspricht und der Schiedsrichter die Kriterien gewichten muss. Dazu gehört Abstand, fußballtypische Bewegung, Position der Hand, Fröhlich berief sich auch auf die Blickrichtung von Kempf. Das Problem dabei ist, dass Spieler und Fans sich natürlich immer auf ein anderes Kriterium berufen können und man zum Beispiel den Streit Position der Hand vs. Abstand des Schießenden hat.

Fazit: Handspiel kann nicht exakt definiert werden, wie das Abseits. Ich würde Dir sogar folgen und sagen, dass Kempf diese Bewegung beim Abstoppen macht. Der Arm ist allerdings wirklich weit ausgestreckt und das in einer Situation in der er weiß, dass die Hereingabe gleich kommen wird. Dass er die Hand leicht zurückzieht, ist für mich dann vergleichbar mit dem Grätschenden, der das Bein noch leicht einzieht, den Gegenspieler aber dennoch trifft. Also Foul, aber keine Verwarnung. Deshalb war die Entscheidung für mich korrekt.

Steffen (nicht überprüft)

Ich wäre auch bei dir, wenn der Arm außergewöhnlich weit gestreckt wäre. Aber das ist er halt nicht, finde ich:

https://p5.focus.de/img/fotos/origs8775956/6383212240-w1021-h541-o-q75-p...

Das ist das einzige Foto, das ich auf die schnelle gefunden habe, aber es zeigt, dass Guldes Arm exakt die gleiche Position einnimmt. Und interessanter Weise macht er den gleichen Schritt wie Kempf! Sogar der Mainzer Spieler ganz hinten links hat den Arm soweit oben.

Im Sinne der gelebten Praxis der letzten Jahre ist das schon als Elfmeter zu bewerten. Allerdings finde ich es schade. Da dieser, so wie viele andere Fälle, sicher keine Absicht war, aber über Abstieg und nicht Abstieg entscheiden kann.

Bezüglich der Kriterien für Handspiel: Laut der Aufnahmen dieser Situation auf jeden Fall eine fußballtypische Bewegung. Position der Hand ist weit vom Körper weg, allerdings als Folge der fußballtypischen Bewegung. Der Abstand zum Flankengeber ist auf jeden Fall als zu kurz zu bewerten, da Kempf ja versucht wegzuziehen und es nicht schafft...

Fazit: Eine Situation, welche für den Spieler fast unmöglich zu verhindern ist (der Versuch ist zu sehen), absolut passiv entsteht und in keiner Weise geplant wurde, entscheidet eventuell über Abstieg oder Nicht-Abstieg. Das mag regeltechnisch absolut in Ordnung sein, sollte aber meiner Meinung nach überdacht werden, da es derartige Situationen einfach zu häufig gibt.

Autor

Zur Situation: Ich sehe auf dem Bild einen Gulde, der durch den abrupten Richtungswechsel in Rückenlage kommt, während Kempf eine Haltung einnimmt, die dafür da ist, den Schuss zu blocken. Er will wahrscheinlich mit dem Körper/ den Beinen blocken, aber das ist nicht wirklich festzustellen. Jetzt, da ich mir die Szene noch häufiger angeschaut habe, kann ich nicht einmal mehr sagen, ob er die Hand wirklich aus der Schussbahn wegzieht oder erst wegzieht, nachdem er den Ball berührt hat. Für mich ist die Handhaltung nicht zwingend für die Bewegung oder besser gesagt, er muss keine Bewegung ausführen, bei der der Arm so weit ausgestreckt sein muss. Weiteres Kriterium für Absicht: der Arm ist angespannt und schlackert nicht locker nach hinten.

Zur Regelpraxis: Ich habe das Gefühl, dass sich die Regelauslegung immer mehr in Richtung pro Stürmer entwickelt hat und finde das eigentlich auch gut so. Abseits ist deutlich länger "passiv" als früher. Ausgenommen sind solche Szenen, wie im Pokalspiel gegen Bremen, welche aber auch vom DfB als Fehlentscheidung gewertet wurde. Natürlich ist das ein großer Eingriff in ein low-scoring-game, da einzelne Tore großen Einfluss auf den Spielverlauf haben. Meiner Meinung nach, macht es das Spiel aber interessanter und bevorzugt eine aktive Spielweise, da es das Risiko der Strafraumverteidigung erhöht.

Entscheidung über Abstieg: Freiburg war passiv, hat praktisch auf den Gegentreffer gewartet und Mainz kam immer besser ins Spiel. Der Zeitpunkt des Gegentreffers war durchaus angebracht. Es entscheiden unzählbar viele Faktoren über Abstieg und Nicht-Abstieg und ich denke, dass strittige Schiedsrichterentscheidungen eher zu den Faktoren mit weniger Gewicht zählen. Gerade, weil beide Mannschaften von der Regelpraxis, aber auch von der Möglichkeit einer Fehlentscheidung, betroffen sind. Bei 20 Strafraumsituationen ist die Wahrscheinlichkeit einer strittigen Strafstoßentscheidung höher als bei fünf. Daher kommt wahrscheinlich auch das Gefühl, dass Top-Mannschaften häufiger bevorteilt werden. Ich finde Diskussionen über halbwegs planbare Faktoren, wie Spielanlage, Takitk, Einsätze der Spieler deutlich interessanter. Doch selbst bei unplanbaren Faktoren, halte ich zum Beispiel Verletzungen, die nichts mit einer Belastungssteuerung zu tun haben für deutlich entscheidender.

 

nokraut (nicht überprüft)

Zum VAR will ich nichts mehr sagen. Dass man jetzt debattiert, ob der Schiedsrichter mit dem Fuß über der Seitenauslinie war oder nicht, als er angefunkt wurde, ist mir einfach zu verrückt. Der Elfmeter selbst geht in Ordnung.

Würde zum Handspiel nur ganz kurz hinzufügen, dass Freiburg letzte Woche in der Nachspielzeit einen sehr sehr ähnlichen Elfmeter für sich gepfiffen bekommen hat (natürlich in einer weniger wichtigen Situation). Und bei beiden war meine Reaktion, als ich es danach im TV gesehen hab: Sollte keiner sein, ist aber einer. Die Regelauslegung ist auch daher konsequent, auch wenn ich schon immer für deutlich, deutlich konservativere Handspielregelungen plädiere. Ich erinnere mich z.B. noch, dass vor paar Jahren der DFB explizit zur sich entwickelnden Praxis von Außenverteidigern, die Arme immer hinterm Rücken zu verschränken, gesagt hat, dass das natürlich niemand wollen könne. Heute ist es Pflicht. Schade, aber dass es da keine Ideallösung gibt, ist nach jahrelanger Diskussion auch klar.

Mich würde am Schluss vor allem interessieren, wo denn die Hoffnung für das Wochenende herkommen könnte - außer aus der Schwäche des Gegners. Wenn Streich sich sogar gegen Mainz dafür entschieden hat, dass selbst das verhaltene und harmlose Spiel wie gegen den Vfl der Mannschaft aktuell nicht zuzutrauen war, bezweifle ich, dass er es gegen Hamburg auswärts mit einer offensiveren Ausrichtung probieren wird. Normalerweise würde ich ja sagen, dann bliebe wenigstens "Ecke rausholen/Ball in Strafraum und auf Petersen hoffen" - aber dafür müsste man ja überhaupt mal wieder den Ball regelmäßig in den Strafraum bekommen.

Autor

Kurze Vorbemerkung: Ich glaube, ich hatte das noch gar nicht gesagt. Prinzipiell bin ich gegen den Videobeweis. Ich habe aber auch kein so großes Problem mit Fehlentscheidungen. Die gehören für mich tatsächlich einfach zum Spiel dazu, da ich davon ausgehe, dass der Schiedsrichter das unabsichtlich macht. Trotzdem ist der VAR jetzt da und er bedeutet nicht den Untergang des Fußballs. Man wird sich an die Kuriositäten wohl gewöhnen müssen.

 

Wie man Hoffnung für das Spiel gegen Hamburg schöpfen soll, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Vielleicht durch den Gegner. Hamburg versucht es in letzter Zeit immer wieder auf spielerische Art. Dafür haben sie eigentlich nicht die Spieler im Kader und bedienen sich dadurch vieler Nachwuchstalente. Bisher klappte das auch recht gut. Gegen die TSG hat man allerdings gesehen, dass das ein sehr fragiles Gebilde ist und ziemlich anfällig für Konter. Aber mit deinem Beitrag hast du schon recht: wenn man das so angeht, wie in der ersten Halbzeit gegen Mainz, wird man diese Schwächen des Gegners nicht wirklich nutzen können.

Es müsste sich schon etwas verändern. Ich hoffe wirklich auf das 4-4-2, damit man auch in der Umschaltbewegung wenigstens eine zusätzliche Anspielstation hat. Damit gäbe es zumindest die Möglichkeit, dass mal was funktioniert. Besonders zuversichtlich bin ich nicht, aber im Fußball verändern sich Dinge manchmal sehr schnell. Eine gelungene Aktion über drei, vier Stationen, kann ja häufig einen großen Effekt für die Spieler haben. Ich benutze ungern Begriffe, wie Selbstvertrauen und Erfolgserlebnis, momentan kommt man aber nicht so ganz daran vorbei. Irgendwie muss man ja erklären, dass ein sehr ähnlicher Kader zum Ende der Rückrunde so gut und schön gespielt hat. Eigentlich steckt das schon drin.

Im 4-4-2 sehe ich zwar keine Garantie, dass etwas funktioniert, aber immerhin das Potenzial. Auf der anderen Seite könnte Hamburg den Sportclub dann aber auch auseinanderspielen.

Steffen (nicht überprüft)

Beim 4-4-2 geh ich gern mit. Das Heimspiel gegen Gladbach mit 23:5(ca.?) Torschüssen für Freiburg ist da ein schönes Beispiel. Allerdings sah die Formkurve einiger Spieler auch wirklich ganz anders aus. Höfler auf 100% fehlt einfach ganz enorm. Selbst Günther war gegen Mainz weit unter seinen Möglichkeiten, was wirklich nicht oft vorkommt. Und auch ein offensiver Außenbahnspieler in Form wäre sehr hilfreich. Ravet, Terra oder selbst Frantz. Wenn Frantz mitmischen könnte hätte ich ein besseres Gefühl für dieses Spiel. Seine Mentalität könnte Sicherheit und Kampfkraft geben. Wichtig wäre auch, dass Haberer wieder ins Zentrum und Koch pausieren oder IV spielen kann.

Der Videoassi sollte auf jeden Fall noch mehr eingeschränkt und noch konservativer eingesetzt werden. Vllt nur bei Tätlichkeiten und unberechtigten Toren, falls alle Schiedsrichter die Situation gar nicht erst gesehen haben. Iwie so.

Ich werde das Spiel im Volksparkstadion sehen und hoffentlich mehr vom Spielverlauf verstehen als die Fans in Mainz =D Wetter passt ja so wies aussieht! =)

Autor

Das Spiel gegen Gladbach war tatsächlich mein bisheriges Lieblingsspiel in der Saison (auch wenn Köln oder Leipzig auf eine andere Art cool waren). Doch auch in der Rückrunde hat das 4-4-2 gegen Leverkusen, Bremen oder Hertha einigermaßen funktioniert, obwohl da schon einige nicht mehr ihre beste Form hatten. Zusätzlich alle drei Spiele zu null. Frantz wäre wirklich sehr wichtig für die momentane Situation. Er ist ja zu einer Art Balance- oder Schienenspieler zu Beginn der Saison geworden. Also derjenige, der versuchte offensive oder defensive Unterzahl (durch aufrücken oder passiv bleiben seiner Mitspieler) auszugleichen. Momentan fehlt häufig eine ballnahe Anspielstation. Ich denke Frantz würde sich da etwas klüger positeren als Koch (neben Höfler) oder Höler (auf Rechts). Ich glaube aber nicht, dass er fit genug für die Startaufstellung sein wird. Leider.

Viel Spaß im Stadion.

Neuen Kommentar schreiben

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.
1 + 2 =
Lösen Sie diese einfache mathematische Aufgabe und geben das Ergebnis ein. z.B. Geben Sie für 1+3 eine 4 ein.