SC Freiburg – FC Augsburg 1 : 1

Ich fasse mich etwas kürzer, da ich an diesem Wochenende noch mit einem anderen Projekt zum Fußball beschäftigt bin.

1. Aufstellung und Spielanlage

Etwas überraschend gab es in der Startaufstellung keine personellen Veränderungen im Vergleich zum letzten Spiel. Das bedeutete auch, dass Borrello auf der Tribüne und Sallai, Kwon, Grifo und Waldschmidt auf der Bank Platz nehmen mussten. Auch das System blieb mit dem 3-4-3 zunächst unverändert, wurde aber in Details an den Gegner angepasst. Weiterlesen

TSG 1899 Hoffenheim – SC Freiburg 0 : 3


1. Ein ängstlicher Christian Streich?

In den einschlägigen Diskussionsorten des Internets wurde die Aufstellung, die sich Christian Streich mit seinem Team für das Auswärtsspiel in Sinsheim ausgedacht hatte, nicht wirklich positiv aufgenommen. Waldschmidt, Sallai und Kwon saßen auf der Bank, während Höler und Frantz von Beginn an spielen sollten. Zusätzlich wurde noch ein System mit Dreierkette gewählt, was wohl viele Fans noch an die vorletzte Rückrunde erinnert. „Ängstlichkeit“ und „zu viel Defensive“ gerade bei Auswärtsspielen ist da ein beliebter Vorwurf an den Trainer. Es wäre zu einfach dagegenzusetzen, dass Streich ein mutiger und offensiver Trainer sei, da dies eben auch nicht ganz richtig ist. Das Problem an diesen Aussagen liegt eher in den viel zu groben Kategorien.
Wenn man sich länger mit dem SC Freiburg beschäftigt, bemerkt man schnell, dass Streich ein Trainer ist, der viel an das Spiel gegen den Ball denkt. Dabei wählt er aber sehr häufig einen eher aktiven Ansatz. Die erste Pressinglinie läuft meistens einige Meter in der gegnerischen Hälfte die Innenverteidiger an, die eigenen Abwehrreihe rückt weit auf, um die Räume im Zentrum engzumachen und Abstöße des Gegners werden oft zugestellt. Dafür braucht es Stürmer, die erstens durchgehend viel laufen, zweitens so geschickt anlaufen können, dass in ihrem Rücken der Passweg ins Zentrum geschlossen wird und drittens erkennen, wenn ihre Pressinglinie überspielt ist, um schnell wieder hinter den Ball zu kommen. Das Spiel des Sportclubs wirkt meisten in jenen Spielen besonders defensiv, in denen das Anlaufen nicht funktioniert und die Mannschaft über längere Phasen an den eigenen Strafraum gedrängt wird.
Mit dem Ball ist der Sportclub keine Mannschaft, die im letzten Drittel lange den Ball hält. Längere Ballzirkulationen gibt es meist nur in der Aufbauphase. Im letzten Drittel versucht man schnell in Abschlusspositionen zu kommen, entweder durch Flanken oder durch riskante Pässe an den Strafraum. Bei diesem Ansatz kommt es häufig auf Kleinigkeiten an. Rutscht der Ball drei-, viermal von etwa 15 Versuchen in einer Halbzeit durch, bekommt man als Zuschauer schnell das Gefühl, der Sportclub hätte eine große Durchschlagskraft im letzten Drittel. Funktioniert es zweimal weniger, sieht es schon etwas ideenlos aus. Weiterlesen

SC Paderborn 07 – SC Freiburg 1 : 3


1. Die Aufgabe

Der SC Paderborn unter Steffen Baumgart gehörte schon letztes Jahr zu den spannendsten Mannschaften in Deutschland. Der Kader wurde zumeist mit sehr unbekannten Spielern aus der dritten und vierten Liga zusammengestellt und dennoch ist der Ansatz auf dem Platz mutig und offensiv. Gegen den Ball verbreitet Paderborn wahnsinnigen Stress durch aggressive Zweikämpfe gegen den Ballführenden Spieler. Wird der Ball erobert, kommt direkt ein Steilpass auf sehr schnelle Stürmer hinter die Kette. Der Spielstil erinnert an RB Leipzig, wird aber weniger sauber ausgeführt, sondern ist vor allem auf Aktivität aus. Pressing, Steilpass, Gegenpressing bei Ballverlust, Steilpass, immer schnell den Abschluss suchen usw. Für den Gegner bedeutet das andauernden Druck, gerade wenn man den Ball hat.
Das sprach Streich auch auf der Pressekonferenz vor dem Spiel an und ließ durchblicken, dass man sich etwas überlegt hätte. Was man sich als Antwort auf die für einen Aufsteiger ungewöhnliche Spielweise überlegt hatte, blieb aber im Dunkeln. Weiterlesen

SC Freiburg – FSV Mainz 05 3 : 0

1. Aufstellung

Nach einer gefühlt sehr langen Sommerpause ging es an diesem Wochenende also wieder los. Der SC Freiburg konnte schon früh seinen Kader punktuell mit Kwon, Jeong, Itter und Schmid verstärken. Qualität in der Spitze ging durch den Abgang von Grifo verloren. In der Breite sind die Leihen von Keven Schlotterbeck und Stenzel zu Union Berlin und Stuttgart zu nennen. Der Verlauf der Vorbereitung brachte einerseits einige Verletzte (Haberer, Kwon, Jeong, Flekken, Itter, Terrazzino, Kleindienst und Kübler (letzten beiden schon letzte Saison)) mit sich, andererseits konnten sich manche in den Fokus spielen, von denen man es nicht unbedingt erwartet hatte. Höler knüpfte an seine kontinuierliche Entwicklung an und Borrello – der Gewinner der Vorbereitung – zeigte seine Dynamik. Neben der Systemfrage gab es im Spiel gegen Mainz also nur eine personelle Entscheidung, die sich nicht wirklich angedeutet hatte. Der als gesetzt erwartete Heintz musste auf der Bank Platz nehmen und für ihn spielte Nico Schlotterbeck. Der verletzte Haberer wurde wie schon beim Pokalspiel im Zentrum arbeitsteilig von Gondorf und Frantz ersetzt.
Streich wählte gegen Mainz ein 3-4-3:
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SC Freiburg – 1. FC Nürnberg 5 : 1

1. Durststrecke zum Saisonabschluss

Die Saison ist zu Ende. Der Sportclub Freiburg erreichte den 13. Platz der 1. Bundesliga mit 36 Punkten und 46:61 Toren. Mit dem Abstieg hatte man schon lange nichts mehr zu tun.
Die Punkte wurden größtenteils in der Hinrunde geholt (21 Punkte, 21:25 Tore). In der Rückrunde gab es gerade zum Saisonabschluss eine längere Durststrecke mit acht Spielen ohne „Dreier“. Einschränkend sollte man erwähnen, dass der SC innerhalb dieser Phase jeweils einen Punkt gegen Gladbach und Bayern holte, gegen Leipzig nur mit einem Tor Unterschied verlor und gegen Dortmund antreten musste. Bleiben noch die Gegner Bremen, Mainz, Düsseldorf und Hannover. So richtig schlecht spielte man eigentlich nur gegen die Mannschaft von Thomas Doll.

Die Niederlage gegen Hannover 96 begleiteten dann auch die interessantesten Aussagen von Trainer und Mannschaft. Streich sagte, man hätte bei der Spielvorbereitung mal etwas experimentiert. Keine lange Videoanalyse und kein Simulieren des Gegners im 11 gegen 11, sollten der Mannschaft eine gewisse Leichtigkeit zurückbringen, um befreit gegen den Absteiger aufspielen zu können. Das hat offensichtlich nicht funktioniert. Es wurde die Lehre daraus gezogen, dass der SC Freiburg ohne akribische Vorbereitung und genaue Abstimmung der Spieler auf den Gegner auch gegen schwächere Teams der Bundesliga chancenlos ist. Dementsprechend taktisch diszipliniert trat der Sportclub im letzten Saisonspiel gegen den 1. FC Nürnberg auf und gewann mit 5:1. Weiterlesen

SC Freiburg – Borussia Dortmund 0 : 4


Nur ein kurzer Text. Am Montag gibt es wahrscheinlich noch etwas in akustischer Form.


1. Aufstellung und Verletztensituation

In letzter Zeit wird im Zusammenhang mit dem SC Freiburg wieder häufiger das zusammengesetzte Substantiv „Rumpftruppe“ verwendet. Ein unschönes Wort, das mit dem zweiten Teil ans Militär erinnert und mit dem ersten Teil unangenehme Assoziationen an Verstümmlungen weckt. Es möchte sagen, dass es viele Verletzte im Kader der ersten Mannschaft vom Sportclub gibt und Streich nur wenige Alternativen hat, um die Startaufstellung zu bestimmen. Kübler, Sallai, Petersen, Kleindienst, Höler, Lienhart und Gulde waren nicht im Kader. Koch scheint ebenso nicht fit für einen längeren Einsatz zu sein. Diese Situation erinnert stark an letzte Saison, doch durch die Neuzugänge Waldschmidt, Gondorf, (Sallai) und Heintz, gemeinsam mit der erstaunlich guten Entwicklung der Schlotterbecks, ist dennoch genug Substanz im Kader auch mit den Ausfällen eine bundesligataugliche Mannschaft auf den Rasen zu schicken. Der Sportclub versuchte sogar die spielerische Entwicklung der Rückrunde auch gegen Dortmund weiterzutreiben. Weiterlesen

1. FSV Mainz 05 – SC Freiburg 5 : 0

1. Spielerische Wende in der Saison

Um das Spiel in einen etwas größeren Kontext zu setzen, sei auf einen Artikel (kicker.de) vom 18.03.2019 verwiesen. Mike Frantz offenbart darin, dass es eine interne Mannschaftssitzung gab, in der sich Spieler und Trainer darauf verständigten, wieder mehr auf Kurzpassspiel zu setzen. Diese Sitzung soll vor dem Spiel gegen Wolfsburg gewesen sein, in dem man nach Frantz schon erste Ansätze der Entwicklung sehen konnte. Allerdings scheint es hier eher um mittel- und langfristige Prozesse zu gehen. Weiterlesen