Borussia Dortmund – SC Freiburg 5 : 1

Nach Niederlagen werden die Texte auf diesem Blog deutlich weniger gelesen, deswegen beschränke ich mich nach diesem eher frustrierenden Spiel auf ein paar wesentliche Punkte.

1. Die erste Halbzeit

Es war kein besonders gutes Spiel vom SC Freiburg. Bis auf einzelne Vorstöße in der zweiten Halbzeit war besonders der eigene Ballbesitz von sehr geringer Qualität. Es gab durchaus Szenen, in denen Dortmund ein paar Räume offenbarte, aber man war zu unsauber im Passspiel, um das zu nutzen. Und die eigenen Standards gingen entweder über alle Mitspieler hinweg, blieben am ersten Dortmunder Abwehrspieler hängen oder wurden aufgrund von Fouls oder Abseits abgepfiffen. Das war schon besonders ungewöhnlich.
Bei den gegnerischen Standards hingegen musste man etwas von der eigenen Medizin schlucken. Das erste Gegentor war ganz genau die Variante, die jeder SC Fan schon hundert Mal gesehen hat. Früher lief Petersen auf den kurzen Pfosten, jetzt macht es Höfler. Wenn das Timing beim Lauf stimmt, ist dieser Spielzug nur sehr schwer zu verteidigen – was man dieses Mal bei Meunier sehen konnte. Höler und Höfler waren keinesfalls passiv in dieser Szene, kamen aber nicht an den Ball. Im schlimmsten Fall hat der BVB diese Variante in Vorbereitung auf Freiburg einstudiert, aber das kann ich nicht einschätzen.
In dieser Phase hatte der BVB gar nicht so viele Chancen aus dem Spiel heraus, machte aber auch noch das zweite Tor nach Ecke und kurz vor der Pause das dritte Tor nach einem Ballverlust von Höler in der eigenen Hälfte.

2. Die zweite Halbzeit

Streich setzte auf eine riskante Wechselstrategie. Erst kamen Schade und Demirovic für Jeong und Grifo. Das Spiel änderte sich nicht grundlegend, aber man kam gerade über Schade etwas häufiger ins letzte Drittel von Dortmund. Sein Sololauf in der 61. Minute leitete auch das einzige Freiburger Tor von Demirovic ein. Das ermutigte Streich wohl, noch weiter auf die Jugend zu setzen. Es kamen Weißhaupt und Keitel für Haberer und Sallai. Die hatten aber keinen so guten Tag wie die frühen Einwechsler. Weißhaupt verlor den Ball bei einem riskanten Dribbling im Mittelfeld, Keitel verlor den darauffolgenden Zweikampf gegen Dahoud und der steckte auf Haaland durch: 4:1 – durch die Beine von Uphoff. Damit war das Spiel gelaufen. Zur Vollständigkeit: Dahoud machte dann auch das 5:1.

Randnotiz: In der 48. Minute gewann Brandt ein Kopfballduell gegen Schade und Höler nach langem Ball von Uphoff. Ja Danke.

3. Taktische Auffälligkeit

Dortmund spielte in einem 4-3-3 mit recht tiefen Außenverteidigern im Aufbau. Das zog Freiburgs Flügel im 4-4-2 weit heraus. Die beiden Achter Dortmunds schoben recht hoch, wodurch die Freiburger Doppelsechs gebunden wurde. Das Resultat war ein recht großer Raum für Dortmunds einzigen Sechser Dahoud hinter den ersten vier Freiburger Pressingspielern. Höler und Jeong mussten ihn in den Deckungsschatten nehmen, aber weil der Raum für Dahoud so groß war und er sich flexibel positionieren konnte, ohne einem anderen Spieler auf den Füßen zu stehen, war das schwieriger als sonst. Auch andere Dortmunder Angreifer konnten in diesen Raum zurückfallen um sich dort anspielen zu lassen, wenn sie es dynamisch genug machten.
In der zweiten Halbzeit schob Freiburg noch konsequenter nach. Das hatte Vorteile in der ersten Pressingphase, war aber schon sehr riskant. Dortmund hatte dadurch Räume, die sie auch nicht immer optimal nutzten.

4. Einzelspieler

Uphoff hatte keine Schuld an den Gegentreffern, strahlte aber erneut keine allzu große Sicherheit aus. In der Anfangsphase verlor er fast einen Ball an Malen, den er sich zu weit vorgelegt hatte und bei einem Standard ließ er den Ball nach vorne abklatschen und Höfler klärte gerade noch so zur Ecke. Bei den langen Bällen hatte er aber sogar eine bessere Quote als gegen Bielefeld.

Bei fünf Gegentreffern wirkt es etwas unpassend, aber Gulde und Lienhart waren gar nicht so schlecht in diesem Spiel. Alle Tore entstanden entweder nach Standards oder nach Ballverlusten, bei denen man weit aufgerückt war und sich die Innenverteidiger in Unterzahl schnell umorientieren mussten. Dabei machten sie keinen klaren Fehler und verhinderten in einigen Situationen sogar noch weitere Dortmunder Abschlüsse. Es war selbstverständlich kein perfektes Spiel wie N. Schlotterbeck und Lienhart gegen Haaland und Malen in der Hinrunde, aber es war eben auch nicht schlecht.

Höfler, Sallai, Grifo, Günter, Jeong und Haberer hatten alle keinen besonders guten Tag. Keitel und Weißhaupt muss man wohl trotz später Einwechslung auch zu dieser „Fraktion“ rechnen.

Demirovic hatte seine erste gute Szene, als er Kobel nach einem Steckpass ausdribbelte, dann aber doch nicht schnell genug zum Abschluss auf das leere Tor kam. Bei seiner zweiten Aktion – dem Nachschuss, der zum Tor führte, stand er aber endlich mal genau dort, wo der Ball hinkam. Dieses Glück fehlte ihm häufig in dieser Saison.

Nachdem Schade gegen Bielelfeld praktisch wirkungslos blieb, waren diese 45 Minuten wieder „ganz großes Kino“. Seine Dribblings führten zu Fouls, zu Abschlüssen und zu einem Tor. Wenn er etwas Platz und eine nicht perfekt geordnete Abwehr vor sich hat, ist er einfach sehr gut. Das macht ihn zu einem guten Einwechselspieler und zu einem Startelfkandidat gegen offensiv eingestellte Teams.

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