Blogpause

Liebe Leserinnen und Leser,

schon beim normalen gesellschaftlichen Betrieb frage ich mich häufiger, ob das passive Verfolgen von Profifußball die richtige Form der Zerstreuung ist. Angesichts der globalen Gesundheitskrise, den sich abzeichnenden wirtschaftlichen Folgen unter denen besonders prekär Beschäftigte und Arbeitslose leiden werden und den enormen staatlichen Reaktionen, erscheint sie mir momentan aber noch unangebrachter als sonst. Somit werden hier in nächster Zeit keine Artikel zum Sportclub Freiburg oder der Bundesliga veröffentlicht.

Nutzt die fußballfreie Zeit, um euch zu informieren, Nachbarschaftshilfen aufzubauen, Freunden, die ihre Lebensgrundlage verlieren, unter die Arme zu greifen, die Profitorientierung im Gesundheitswesen zu skandalisieren, auf die Lebensverhältnisse von Obdachlosen, Geflüchteten usw. und die geschlechtliche Verteilung von Haus- und Betreuungsarbeit hinzuweisen. Bleibt kritisch bei den staatlichen Eingriffen in die Privatsphäre (Einschnitte sind in dieser Notlage sicherlich nicht zu vermeiden. Im Gegenteil wäre dies höchst Fragwürdig. Solange man allerdings, um seine Mietwohnung halten zu können, noch in Trams und U-Bahnen zu Jobs fahren muss, deren uneingeschränkte „Systemrelevanz“ fragwürdig bleibt und hygienische Mindeststandards nicht eingehalten werden (z. B. Amazon, die sich nicht auf die Ausfuhr lebensnotwendiger Güter beschränken), scheint das Verbot von Spaziergängen mit einer weiteren Person (Frankreich, Spanien) nicht verhältnismäßig). Meidet Hamsterkäufe in den aktuell überfüllten Supermärkten.

Was momentan aber am wichtigsten erscheint, ist, dass man sich nur physisch und nicht sozial isoliert.